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Inzwischen hat sich nicht nur die elektronische Textversorgung alsschwieriger realisierbar und weniger einfach finanzierbar heraus-gestellt als angenommen wurde. Auch der gedruckte Text hat sichals erstaunlich resistent erwiesen. Von einem Rückgang der Pro-duktion von Büchern und Zeitschriften, der auf den Einbruch derelektronischen Medien zurückzuführen wäre, kann nicht die Redesein. Die Produktionszahlen steigen weiter an, wenn auch nichtüberall in gleicher Weise. 2 Fundierte Prognosen sagen denn auchneuerdings eher eine .multimediale' Zukunft voraus als eine völligeAblösung von Buch und Zeitschrift durch elektronische Speicher-und Vermittlungsverfahren für Texte. 3
Der entscheidende Grund für die Resistenz des Buches ist tech-nischer Natur. Das Buch ist ein Informationsträger' von solcherLeichtigkeit der Handhabung, daß es in dieser Hinsicht bislang vonkeiner anderen Erfindung übertroffen worden ist. Letzthin sindmehrfach Beschreibungen des Buches „aus elektronischer Sicht"gegeben worden. 4 Weit davon entfernt, bloße Gedankenspielereienzu sein, stellen sie die Vorteile des Buches mit einer Deutlichkeitheraus, wie sie früher nicht wahrgenommen wurden. Daniel J.Boorstin, Librarian of Congress, spricht etwa von einem "Anytime,Do-it-yourself, Energy-Free Communication Device" und gestehtdem Buch „mystische Einfachheit" zu. 5
Gleichwohl ist es richtig, wenn vom Ende des Buches gesprochenwird. Das Zeitalter Gutenbergs ist vorbei, wenn man darunter eineÄra versteht, in der das Buch (und Druckerzeugnisse allgemein) ineinem bestimmten technischen Verfahren hergestellt wurden. Dertraditionelle Satz und Druck wird von neuen Herstellungsverfahrenabgelöst, und diese bewirken eine Umstrukturierung des gesamtengraphischen Bereichs. Das Zeitalter Gutenbergs ist nicht, wieMarshall McLuhan prognostizierte, durch das Zeitalter Marconisabgelöst worden. Aber Gutenbergs Buch ist durch ein neuesProdukt ersetzt worden, das zwar wiederum Buchform hat, aberansonsten nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit seinem Vor-gänger aufweist. Insofern stehen wir am Ende und am Anfang desBuches, und die Folgen dieser revolutionierenden Veränderung sindfür die wissenschaftliche Literatur zu durchdenken.
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