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I. Die Bibliothek als institutionelle Bedingungder geisteswissenschaftlichen Forschung
Solange ich Professor bin - und das sindnun dreißig Jahre - habe ich von demBeruf des Bibliothekars und von denAufgaben des Bibliothekswesens diehöchsten Vorstellungen gehegt. Gewißhängt die Gesundheit und Blüte der Wis-senschaft in erster Linie von den wis-senschaftlichen Persönlichkeiten ab; siewerden uns geschenkt, wir können sienicht schaffen. Aber die nächstwichtigeBedingung sind die wissenschaftlichenInstitute, und unter ihnen nehmen dieBibliotheken die erste Stelle ein. Sie um-fassen den ganzen Ertrag der Arbeit unddie Mittel zu ihrer Fortführung; sie sindSpeicher und Werkstätte und Instrumentder Wissenschaft zugleich.
Adolf von Harnack(1905)
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Die Verfügbarkeit von wissenschaftlicher Literatur ist eine Grund-voraussetzung aller wissenschaftlichen Arbeit. Geht man über diesetriviale Feststellung hinaus, fehlt es an zureichenden Vorstellungendavon, daß auf Seiten der Wissenschaft unterschiedliche Lite-raturbedürfnisse bestehen und daß diese auf unterschiedliche Weisebefriedigt werden müssen und auch befriedigt werden können. Einekohärente Theorie der Bibliotheksbenutzung und damit der Bi-
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