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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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V. Buch und Zeitschrift als geistes-wissenschaftliche Publikationsorgane

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Wissenschaft ist, wie die moderne Wissenschaftssoziologie ver-deutlicht hat,öffentliches Wissen". Sie besteht in methodischgewonnenen Erkenntnissen, über die in einem formalen Rezep-tionsverfahren ein rationaler Konsens hergestellt worden ist. Diebloße Veröffentlichung macht eine Erkenntnis noch nicht zu einerwissenschaftlichen, aber ohne Veröffentlichung kann keine Er-kenntnis zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis werden. Die Pu-blikation ist damit kein inzidentelles Merkmal, sondern ein in-tegraler Bestandteil des Wissenschaftsprozesses. Ohne Veröffent-lichung gibt es keine Wissenschaft: der Akt der Publikation istkonstitutiv. 1

Eine wissenschaftliche Veröffentlichung kann in mündlicher Formerfolgen. Deren Konvention ist der Vortrag, wie es ihn seit derFrühzeit des modernen Wissenschaftsbetriebs gibt. Auch wenn sichim Verlauf von Jahrhunderten zwischen den Zusammenkünften vonGelehrten und den Kongressen von Wissenschaftlern die Rah-menbedingungen für den Vortrag geändert haben, ist er doch alsKommunikationsform weitgehend konstant geblieben. Charakte-ristisch für ihn ist nicht so sehr die scheinbar informelle Art derMitteilung, sondern der begrenzte Adressatenkreis.

Soll eine wissenschaftliche Veröffentlichung einen größeren Kreiserreichen und zugleich dauerhaft fixiert bleiben, erfolgt sie inschriftlicher Form. Deren Konventionen sind flexibler und habensich erst im Verlauf einer längeren Entwicklung ausgebildet. DieErgebnisse dieses Entwicklungsprozesses, seit geraumer Zeit ver-festigt, sind uns als wissenschaftliches Buch und wissenschaftliche