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Die bisherigen Planungen zur elektronischen Publikation (verstan-den als Primärspeicherung von wissenschaftlichen Veröffentlichun-gen in Datenbanken) lassen die Geisteswissenschaften außer achtoder berücksichtigen sie nur am Rande. Sie orientieren sichverständlicherweise in erster Linie an den Bedürfnissen des na-turwissenschaftlich-technischen und des medizinischen Bereichs, indenen eine andersartige Publikationsstruktur und ein andersartigerLiteraturbedarf bestehen. Die Orientierung an dieser Art Literaturhat über die offensichtlichen kommerziellen und informations-theoretischen Gründe hinaus auch technische Gründe. Die bislangverfügbare Technologie scheint optimal für einen Textbereichgeeignet, der sich von der Einzelseite bis zum relativ kurzenZeitschriftenaufsatz erstreckt. Entsprechend sehen die Prognosenvornehmlich eine Speicherung und Vermittlung von Primärdo-kumenten im Bereich aktueller Information begrenzten Umfangsvor.
Es kommt hinzu, daß mit einer verbreiteten Antipathie gegen dieBildschirmlektüre gerechnet werden muß. Sie hat nicht nur phy-siologische Gründe, sondern auch andere, die fast anthropologischzu nennen sind. Die Konditionierung der geistigen Aufnahme-fähigkeit und Aufnahmebereitschaft durch typographische Kon-ventionen hat inzwischen eine jahrhundertlange Tradition, und dieVerhaltensweisen des gelehrten Lesers haben eine solche habituelleVerfestigung erfahren, daß ein Verzicht auf das Buch, wennüberhaupt, nur bei bestimmten Quellenmaterialien in Kauf ge-nommen wird.
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So erhaltenswert das Buch aus wissenschaftlichen Gründen seinmag, seine Existenz ist aus wirtschaftlichen Gründen bedroht, weiles nicht mehr finanzierbar ist. Das gilt in jedem Fall für dastraditionelle' Buch, es gilt streckenweise aber auch für das ,neue'Buch. Man wird gut daran tun, diese Existenzbedrohung des Buchesnicht als vorübergehendes Problem anzusehen, sondern als einDauerproblem, das keine generellen Lösungen zuläßt.