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Vorwort
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Die vorliegende Studie versteht sich als Äußerung zum Verhältnisvon Bibliothek und Benutzer und damit als Beitrag zu einer relativneuen Sparte der Bibliotheksliteratur. Sie stellt einen Versuch dar,das Literaturversorgungssystem der geisteswissenschaftlichen For-schung in der Bundesrepublik aus der Perspektive des Wissen-schaftlers zu sehen und Möglichkeiten für seine Weiterentwicklungzu skizzieren. Sie betrachtet dieses System nicht von innen, sondernvon außen und ist insofern im gängigen Sinne keine bibliotheks-wissenschaftliche Arbeit.
Die Aufgabe der Bibliotheken wird traditionell in der Erschließungund Bereitstellung von Literatur für die Wissenschaft gesehen, unddie Erwartungen, die sich damit verbinden, prägen das Bild derBibliothek. Es ist neuerdings üblich geworden, sie als „Dienst-leistungsbetrieb" zu bezeichnen, ihre Rolle im Wissenschaftsbetriebmit „Servicefunktion" zu umschreiben und in ihr eine rein tech-nische Einrichtung zur „Versorgung" des Benutzers mit Literatur zuerblicken.
Meine Auffassung von der Bibliothek ist eine andere. Ich sehe in ihrdie zentrale Institution der geisteswissenschaftlichen Forschung. Sieist dies, weil der Text in den Geisteswissenschaften als Gegenstandder Forschung eine primäre Bedeutung hat und überdies, weil dieGeisteswissenschaften der Pflege und Erschließung jener kultu-rellen Traditionen dienen, die sich in der Bibliothek wie in kaumeiner anderen Institution verdichten.
Aus dieser Auffassung heraus betrachte ich die Bibliotheksproblemeder Gegenwart nicht als isolierte technische Probleme, sondern alsProbleme mit forschungstheoretischen und wissenschaftshistori-