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objekt und tritt auch finanziell in Konkurrenz zur ,echten' Mo-nographie. Während der Dissertationsdruck die Kosten einseitigdem Promovenden auferlegte, wird nun auch die Bibliothek fi-nanziell in Anspruch genommen. Wird der Druckkostenzuschuß,ohne den kaum eine Dissertation erscheint, nicht vom Promo-venden, sondern aus öffentlichen Mitteln aufgebracht, tritt durchSubvention und Bibliothekskauf eine Doppelbelastung der öf-fentlichen Haushalte auf. 8
Die Zahl der Schriftenreihen, in denen Dissertationen veröffentlichtwerden, ist in den letzten Jahren erheblich angestiegen. IhreGründung entspringt nur selten einer wissenschaftlichen Notwen-digkeit. In der Regel verbindet sich mit diesen häufig als „Forum fürjunge Autoren" apostrophierten Serien eine Spekulation auf denbibliothekarischen horror vacui, der Lücken in Reihenwerkenmöglichst vermeidet. 9 So vergrößert sich der Bibliotheksmarkt fürDissertationen ständig. Zunehmend erscheinen auch ausländischeDissertationen, die keinen anderen Verleger zu finden scheinen, inentsprechenden deutschen Reihen.
Die typische Reihendissertation der letzten Zeit präsentiert sich fastausschließlich als Buch-Surrogat. Sie ist ein im Offset-Verfahrenvervielfältigtes Typoskript, dessen billige Broschur es als Biblio-theksbuch ungeeignet macht. Die zur Erneuerung des Einbandes fürdie Bibliotheken auftretenden Folgekosten sind dem nicht ebenniedrigen Anschaffungspreis hinzuzurechnen, wenn der Gesamt-aufwand für Dissertationen veranschlagt werden soll.
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Die Neuanschaffungslisten der wissenschaftlichen Bibliotheken inder Bundesrepublik weisen ,verlegte' Dissertationen in einer Zahlauf, die den westdeutschen akademischen Buchmarkt zu wesent-lichen Teilen als einen Buchmarkt von Erstlingswerken erscheinenläßt. Die Dissertation steht beherrschend im Vordergrund, und siebreitet sich so rapide aus, daß sie sich als Standardform derMonographie etablieren dürfte.
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