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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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vom wissenschaftlichen Wert der Publikation.

Seit der Einführung des Druckzwanges stellen die Dissertationenein bibliothekarisches Problem dar. 5 Der Dissertationsdruck aufKosten des Promovenden und die damit verbundene Pflichtab-lieferung sollten der Idee nach eine Selbstversorgung der wis-senschaftlichen Institutionen mit Hochschulschriften bewirken.Den Universitätsbibliotheken wurde daher der Dissertationstauschzur Auflage gemacht. Das Verfahren mag in Einzelfällen zuEinsparungen geführt haben, doch sein Nutzen ist insgesamtfraglich. Noch ein halbes Jahrhundert nach seiner Einführung stellteder akademische Schriftentausch, so Georg Leyh,den verwor-rensten Geschäftszweig an den Universitätsbibliotheken dar". 6

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Der reine Dissertationsdruck ist inzwischen zurückgegangen. Dafürist die Dissertation zum Verlagsobjekt geworden - eine Entwick-lung, die lange vor dem Zweiten Weltkrieg begann und nur durchdie wirtschaftlichen Verhältnisse der Kriegsjahre und der unmit-telbaren Nachkriegszeit unterbrochen wurde. Neben der Aufnahmevon Dissertationen in Zeitschriften (teilweise in gekürzter Form)spielen dabei vor allem Monographienreihen eine Rolle. MancheReihen sind ,echte' Monographien-Reihen, die nur gelegentlich einebesonders gute Dissertation aufnehmen. Viele sind jedoch reineDissertationsreihen, bei denen die einzelnen Beiträge nicht mehr alsDissertation erkennbar sind.

Dieses Eindringen der Dissertation in den Bereich der ,echten"Monographie hat bibliographisch und bibliothekarisch bedenklicheFolgen. Die bloße Tatsache der Annahme einer Dissertation wirdals Hochschulpublikation registriert. Ihre Veröffentlichung in einerReihe führt zur nochmaligen Aufnahme in der Nationalbiblio-graphie. Die Dissertation ist also bibliographisch überrepräsentiert.Häufig kompliziert sich diese Situation noch durch Titelände-rungen. 7

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Für die Bibliotheken kommt zur bibliographischen Belastung eineEtatbelastung. Die gültigen Pflichtexemplarregelungen sehen vor,daß bei einer Verlagsveröffentlichung nur wenige Stücke abzu-liefern sind. Damit wird die Dissertation notwendig zum Kauf-