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munikation überlastet. Und sie ist dafür verantwortlich, daß dasnationale Niveau in der Darbietung von Forschungsergebnissen imDurchschnitt niedriger liegt als es von der Qualität der wissen-schaftlichen Arbeit her liegen müßte.
II
Als Publikationsform hat die Dissertation ihren Ursprung imsiebzehnten Jahrhundert. 1 Sie behauptet seither einen festen Platzim deutschen akademischen Schrifttum. 2 In der äußeren Form wiein der Art der Verbreitung sind selbstverständlich im Laufe der ZeitVeränderungen eingetreten, aber dadurch hat sich der Charakter derDissertation nicht grundlegend gewandelt. 3
Die Dissertation dient dem Erwerb eines akademischen Grades, sodaß ihre primäre Aufgabe nicht in der Verbreitung wissenschaft-licher Erkenntnisse, sondern im Nachweis einer wissenschaftlichenQualifikation besteht. Sie ist ein specimen eruditionis und soll daher,wie jede Prüfungsarbeit, den Kandidaten in einem möglichstgünstigen Licht zeigen. Sie zielt notwendiger Weise weniger auf eineGegenstandsvermittlung als auf eine intellektuelle Selbstdarstellungab.
Die Dissertation hat solange ein unbestreitbares Daseinsrecht, wieihre Veröffentlichgung nicht erwartet oder gar gefördert wird. In denAnfängen des Dissertationswesens wurden für eine interne Ver-breitung nur einige Exemplare als Privatdruck hergestellt. DieSituation ändert sich jedoch, wenn die Dissertation ungeachtet ihresUrsprungs und Zwecks wie eine normale Monographie in denKreislauf der wissenschaftlichen Kommunikation eingeschleustwird.
§
1
Ül!
Seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts besteht in Deutsch-land eine Verpflichtung zur Veröffentlichung von Dissertationen,die ohne Rücksicht auf die dabei auftretenden Schwierigkeitenimmer wieder erneuert worden ist. 4 Bis auf den heutigen Tag ist dieDissertation die einzige wissenschaftliche Arbeit, deren Autor zurPublikation gezwungen wird. Dieser Zwang besteht unabhängig
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