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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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3. Dominanz der Tradition

Glaubt man in deutschen Universitäts-kreisen, dass durch eine derartige Behand-lung des Dissertations-, beziehungsweiseDoktoratswesens das Ansehen dieser In-stitutionen im In- und Ausland sich hebenwerde?

,,x.x."(1890)

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Wie es in der Wissenschaft nationale Forschungstraditionen gibt, sogibt es im wissenschaftlichen Schrifttum nationale Publikations-traditionen. Sie erstrecken sich auf alle Aspekte des Publikations-prozesses und wirken auch in den Tiefenschichten des jeweiligenWissenschaftsbetriebs. Sie treten in den Kriterien für die Publi-kationswürdigkeit einer wissenschaftlichen Arbeit hervor, aber auchin den Maßstäben für die Publikationsreife eines Manuskripts, inder Institutionalisierung der Mechanismen für die Beförderung oderVerhinderung von Veröffentlichungen und in der Distribution derVerantwortlichkeit für das Endprodukt.

Die deutsche Tradition weist im internationalen Vergleich eineReihe von Eigentümlichkeiten auf. Ihr besonderes Kennzeichen,auf das ich hier die Aufmerksamkeit lenken möchte, ist die intensivePflege eines Typs von Monographie, der anderwärts überhauptnicht oder nur mit großen Einschränkungen als geeignet für diePublikation empfunden wird: die zur Erlangung des Doktorgradesangefertigte Dissertation.

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Diese Besonderheit (die sich auch in einigen anderen durch diedeutsche Wissenschaftstradition beeinflußten Ländern findet) stelltaus zwei Gründen ein Problem dar. Sie übt einen ungünstigenEinfluß auf die Struktur des nationalen Publikationswesens aus, dasie den überwiegenden Teil jenes Literaturüberschusses ausmacht,der die Bibliotheken und die Kanäle der wissenschaftlichen Kom-