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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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III

Die Schlußfolgerung kann nur sein, daß es in der BundesrepublikDeutschland eine spezifische Überproduktion von Literatur gibt.Daß insgesamt mehr Literatur produziert wird als aufgenommenwerden kann, ist ein allgemeines Problem. Es tritt überall auf, wodie Forschung intensiv gefördert wird. In der Bundesrepublikscheint es jedoch ein besonderes Mißverhältnis zu geben zwischendem Ausmaß der heimischen Literaturproduktion und der of-fensichtlichen Abhängigkeit der deutschen Wissenschaft von aus-ländischer Literatur.

Bei einer Befragung haben wissenschaftliche Benutzer die Her-anziehung englischsprachiger Literaturmit dem Fehlen vergleich-barer deutscher Literatur bzw. Fehlen von Übersetzungen [und] derUnumgänglichkeit infolge der Situation in einem bestimmtenFachbereich" begründet. 16 Dabei spielte das bessere wissenschaft-liche Niveau nicht die erste Rolle, sondern die bessere Form derDarbietung des Gegenstandes. Handbücher, Lehrbücher und Nach-schlagewerke in englischer Sprache werden bevorzugt herange-zogen.

Damit verschlechtert sich das Bild noch weiter. Nicht nur wirdzuviel Literatur im Vergleich zur Benutzung produziert: offenbarherrscht noch ein besonderer Mangel im Überfluß. Es fehlt, wie dieBefragung deutlich zeigt, an brauchbarer wissenschaftlicher Li-teratur. Zumindest teilweise wird also auch die falsche Literatur fürden wissenschaftlichen Markt produziert. Daß gute Handbücher imdeutschen Wissenschaftsbetrieb oft vermißt werden, ist nicht neu. 17Aber augenscheinlich geht der Bedarf darüber hinaus.

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Das Problem kann hier nur angedeutet werden; es bedarf einergenaueren Untersuchung. Die Forschungsförderung und das Ver-lagswesen werden davon berührt, und in besonderer Weise betrifftes die Bibliotheken. Denn die Theorie, daß die deutsche wis-senschaftliche Literatur zum Grundbestand einer Bibliothek ge-hören müsse, scheint wenigstens streckenweise revisionsbedürftig.

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