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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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behrliches Kommunikationsinstrument.

In den Geisteswissenschaften wird die Zeitschrift als Repositoriumfür die Ergebnisse der Spezial- und Detailforschung benötigt. Siehat indessen ihre Funktion im Wissenschaftsprozeß vornehmlich alsein Sammelorgan, zu dem Alternativen zwar nicht existieren, aberdurchaus denkbar sind. Das wird unter anderem daran deutlich, daßes in den Geisteswissenschaften (und auch in den Sozialwissen-schaften) typische Formen des Verlegenheitsgebrauchs der Zeit-schrift gibt; so etwa an den unter bestimmten Themen zusam-mengestellten Einzelheften, die für sich genommen selbständigeSammelwerke sind, oder an den in Zeitschriften aufgenommenenmonographischen Untersuchungen, die nach Anlage und UmfangBücher darstellen.

Ich richte die Aufmerksamkeit deswegen auf diese Punkte, weil dieAllgegenwart der Zeitschrift im heutigen wissenschaftlichen Pu-blikationswesen die unterschiedlichen Kommunikationsbedürfnisseder Naturwissenschaften und der Geisteswissenschaften nicht nurmomentan verdeckt, sondern auf die Dauer in den Hintergrunddrängen dürfte.Durch die allgemeine Affinität der modernen Wis-senschaft zur Zeitschrift, die eine leichte, schnelle und innerhalbgewisser Grenzen auch vorläufige Form der Mitteilung ermöglicht,wird sich das bereits vorhandene Ungleichgewicht zwischen Mo-nographie und Zeitschrift noch weiter zugunsten der Zeitschriftverschieben. In einem Zeitalter ausgeprägter Spezialforschungbenötigen die Geisteswissenschaften unabdingbar eine Kleinformder Kommunikation, doch hat es den Anschein, daß sich dieseForm auf die Dauer kaum jene Eigenständigkeit bewahren wird, dievon der Sache her gefordert ist.

Eine der voraussehbaren Entwicklungen wird früher oder später zurelektronischen Zeitschrift führen." Experimente werden bereits mitdem Ziel unternommen, den Druck von Zeitschriften überflüssig zumachen und wissenschaftliche Primärtexte für einen Abruf nachBedarf in digitalisierter Form zu speichern. Nach gängiger Auf-fassung muß eine solche Speicherung ,in geeigneter Form' erfolgen.Was das bedeutet, ist bislang nicht spezifiziert worden. ErsteÜberlegungen lassen jedoch erkennen, daß die Bildschirmlektüre,

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