daher eine andere als die naturwissenschaftliche. Damit ist auch ihrKommunikationsbedürfnis ein anderes.
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Es genügt hier, die geisteswissenschaftliche Aussage als diskursiv zubezeichnen und ihr einen wesentlich argumentativen und inter-pretativen Charakter zuzuerkennen. Sie kann auch, sofern es um dieNachzeichnung historischer Entwicklungen geht, essentiell narrativsein. Infolgedessen ist die typische geisteswissenschaftliche Aussageim Gegensatz zur typischen naturwissenschaftlichen Aussage nichtkondensierbar. Die Analyse eines Kunstwerks oder eines Lite-raturwerks zielt auf das differenzierende Detail, wiewohl vor demHintergrund allgemeiner Gattungsmerkmale. Ihre Aufgabe liegtdaher in der Herausarbeitung des nicht Zusammenfaßbaren, wieetwa auch die Aufgabe einer Biographie in der erzählendenNachzeichnung eines singulären Verlaufs liegt. Pointiert gesagt,kann sich die Erkenntnissubstanz einer geisteswissenschaftlichenMitteilung in dem Maße reduzieren, wie der Versuch unternommenwird, ihre diskursive Struktur zu komprimieren. 7
Die der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis angemessene Lite-raturform ist daher das Buch, und es besteht wegen der spezifischenKommunikationsbedürfnisse ein primäres Verhältnis zwischen Gei-steswissenschaften und Buch. Dieses Verhältnis hat sich nicht, wievielleicht angenommen werden könnte, traditionell ergeben, son-dern es ist in ähnlicher Weise von der Sache her bedingt wie dieAffinität der Naturwissenschaften zur Zeitschrift.
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So kennzeichnend die Bindung von Naturwissenschaften undGeisteswissenschaften an unterschiedliche Literaturformen ist, sowenig darf sie als ausschließlich angesehen werden. Es gibtnaturwissenschaftliche Bücher wie es geisteswissenschaftliche Auf-sätze gibt, und in beiden Bereichen reicht die Tradition in derVerwendung von Buch und Zeitschrift weit zurück. Naturwis-senschaften und Geisteswissenschaften benötigen beide, doch nichtzur Befriedigung identischer Kommunikationsbedürfnisse. Diejeweils ,atypische' Form hat, von der Erkenntnisweise und derMitteilungsstruktur her gesehen, eine andere Funktion.
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