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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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erste wissenschaftliche Zeitschrift, die Philosophical Transactions 5 ,hatte weitgehend die Funktion eines laufenden Protokolls. Sie hieltdie Ergebnisse der wissenschaftlichen Bemühungen in Kurzformfest und machte sie zum Bestandteil eines Fundus von vermit-telbaren Erkenntnissen. Die Zeitschrift trug damit dem Prozeß-charakter der Forschung Rechnung, und so gibt sich auch die ihrursprünglich zugedachte Aufgabe eines ,sequentialisierten Buches'zu erkennen.

Die Erkenntnisabsicht der Naturwissenschaften richtet sich, zu-mindest grundsätzlich, auf die Feststellung von Regelhaftigkeit undGesetzmäßigkeit. Idealiter soll für die in der Natur auftretendenPhänomene das Prinzip der Notwendigkeit aufgedeckt werden.Charakteristisch für die naturwissenschaftliche Erkenntnis ist die,Formel', deren Aufgabe die Zusammenfassung des Erkannten ineiner metasprachlichen, die Vieldeutigkeit der Umgangssprachevermeidenden Präzision ist. Damit ist die naturwissenschaftlicheErkenntnisgewinnung von der Sache her reduktiv: sie zielt auf denhöchstmöglichen Grad von Allgemeinheit der Aussage ab. DieDarstellung entsprechender Sachverhalte kann knapp sein, und derallgemeine Charakter der erstrebten Aussage macht die Darstellungim Regelfall kondensierbar. Als Literaturform stellt der wissen-schaftliche Aufsatz ein natürliches Korrelat dazu dar.

Die Geisteswissenschaften sind durch eine andere Erkenntnisab-sicht gekennzeichnet. Nach der bekannten Formulierung vonWilhelm Windelband sind sie idiographisch, das heißt: in derIntention des Erkennens auf das Besondere im Gegensatz zumAllgemeinen gerichtet. 6 Wiederum grundsätzlich gesagt, ist ihrspezifischer Gegenstand das individuelle historische Phänomen,und sie betrachten es als ihre Aufgabe, diese Individualität in demihr angemessenen Kontext herauszustellen. Das schließt nicht aus,daß sie allgemeingültige Einsichten zu gewinnen versuchen.

Die Darstellung geisteswissenschaftlicher Sachverhalte ist jedoch inder Regel nicht auf die Subsumtion des einzelnen Falles unter einegenerelle Gesetzmäßigkeit gerichtet, sondern sie bezweckt dieKennzeichnung dessen, was das jeweilige Phänomen von anderenunterscheidet. Die geisteswissenschaftliche Erkenntnisweise ist

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