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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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4. Entdogmatisierung des Leihverkehrs

Dass dies System des Leihverkehrs einNotbehelf bleibt, ist klar.

Adalbert von Roquette (1902)

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Der Leihverkehr, regional und überregional, ist der neuralgischePunkt des Literaturversorgungssystems der geisteswissenschaftli-chen Forschung in der Bundesrepublik. Seine Bedeutung für dieLiteraturversorgung der Wissenschaft ist, so die Denkschrift derDeutschen Forschungsgemeinschaft zur überregionalen Literatur-versorgung, „allgemein anerkannt". 1 In der Tat ist in einemdezentralen System ein verzweigter Leihverkehr unerläßlich. DieBeförderung großer Buchmengen vom Ort der Aufbewahrung zumOrt der Benutzung - ein kompliziertes und kostenintensives Ver-fahren - ist die einzige Möglichkeit zur vollständigen Deckung desLiteraturbedarfs. Gleichwohl hat sich der Leihverkehr in deretablierten Form nicht als geeignet erwiesen, die Literaturversor-gung sicherzustellen. Nach den Erkenntnissen der DeutschenForschungsgemeinschaft entspricht seine Leistungsfähigkeit „invielen Punkten nicht den Erwartungen, die an ihn gestellt werdenmüssen". 2

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Da es in der Bundesrepublik keine geisteswissenschaftliche Zen-tralbibliothek gibt, sind die Anforderungen an den Leihverkehrnotgedrungen hoch. Die bei einem wissenschaftlichen Vorhabenörtlich nicht erhältliche Literatur muß aus anderen Ressourcenherbeigeschafft werden. Dieser Beschaffungsprozeß hat, wenn erwissenschaftlich und arbeitsökonomisch sinnvoll sein soll, kurz-fristig zu erfolgen. Die Größenordnungen des zusätzlichen', aberessentiellen Literaturbedarfs sind von Fall zu Fall verschieden, dochallenthalben beträchtlich, wie der Anstieg des Leihverkehrs zeigt.Der Bedarf erstreckt sich über das gesamte Spektrum der Primär-und Sekundärliteratur.

KUI