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sung bedingen sich hier wechselseitig, und man wird fürs ersteversuchen müssen, vorläufige Lösungen zu erreichen.
Im technischen Bereich wird es darauf ankommen, Möglichkeitender Speicherung zu finden, die über die bloße Archivierung hinausdie wissenschaftliche Benutzung des vorhandenen und neu hin-zugekommenen Quellenmaterials ermöglichen. Unter den Bedin-gungen eines dezentralen Systems bedeutet dies, daß die Dis-tribution von Forschungsmaterial nicht mehr nur in der bisherüblichen Form der Versendung von Originaltexten zu bewerk-stelligen ist (vgl. Kapitel IV,4).
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VIII
Das wichtigste Problem beim Aufbau eines Nationalarchivs ge-druckter Texte dürfte ein Mentalitätsproblem sein. Es gibt inDeutschland eine fast hundertjährige Tradition der Vernachläs-sigung des historischen nationalen Schrifttums. Alle Bemühungen,ein solches Archiv in Form einer Nationalbibliothek zu schaffen,sind nicht dramatisch gescheitert, sondern im Sande verlaufen.Wenn an die Stelle dieser Gleichgültigkeit nicht die Überzeugungtritt, daß es eine nationale Pflicht ist, die sich in gedruckter Formpräsentierende Tradition sach- und forschungsgerecht zu bewahrenund zu erschließen, dürfte sich auch der hier vorgelegte Vorschlagbald aus finanziellen, technischen und administrativen Gründen alsunausführbar erweisen.
Die noch zu schreibende Geschichte der retardierten Bibliothekenin einer „verspäteten Nation" (Helmuth Plessner) beginnt mit demhalbherzigen Ausbau der Königlichen Bibliothek in Berlin zu einer- gemessen an den Maßstäben des westlichen Auslands - un-zureichenden nationalen Universalbibliothek. 1904 wurde auf derFünften Bibliothekarversammlung gefordert, daß die deutschenBibliotheken mit Rücksicht auf die Konkurrenz der amerikanischenBibliotheken „in den Stand gesetzt werden sollten, von der na-tionalen und sonst wichtigen Literatur für sich zu retten, was nochzu retten ist". 28 1932 bezeichnete es Georg Leyh als „Kennzeichenschwerer Notstände..., wenn Universitätsbibliotheken nicht in der
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