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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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H'k.

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Frage an die nationale Vergangenheit mit seiner Hilfe beantwortetwerden kann.

Wenn die geisteswissenschaftliche Forschung, wie angedeutet,immer Arbeit in und an einer Tradition ist, dann stellt dasNationalarchiv gedruckter Texte nicht in erster Linie eine musealeSammlung historischer Dokumente dar, sondern jenen maximalenQuellenvorrat, aus dem in einer permanenten Bemühung dienationale Geschichte geschrieben wird. Der Begriff schließt über diepolitische Geschichte hinaus die Geschichte des gesamten kul-turellen und geistigen Lebens ein, so daß die Geschichte vonLiteratur und Musik ebenso dazugehört wie die Geschichte vonWirtschaft und Wissenschaft.

So gesehen, lassen sich die Konturen des Nationalarchivs vonwissenschaftlichen Erfordernissen her bestimmen. Diese Erforder-nisse sind zwar nicht so ,objektiv', wie es vom Standpunkt derbibliothekarischen Verwaltung des Archivs erwünscht sein mag. Siesind aber andererseits auch nicht durch willkürlich ideologischeSetzungen bestimmt, wie dies bei einer politisch oder gesellschafts-politisch motivierten Anlage der Fall wäre. Bei einer primärenBindung des Archivs an die wissenschaftliche Benutzung stehenQuellensammlung und Quellenauswertung in einem Verhältnisfunktionaler Abhängigkeit zueinander, und der prinzipiell nichtabschließbare Prozeß des Ausbaus erhält dadurch eine innereRichtung.

Als maximales Quellenreservoir für die Erforschung der nationalenGeschichte sollte das Nationalarchiv über den Kernbestand hinausals ,Randbestände' auch jene Werke enthalten, die für das nationaleSchrifttum ,Bezugstexte' sind, ohne selbst Teil davon zu sein. KeineNationalgeschichte ist ohne internationale Komponenten, und inder deutschen sind sie besonders zahlreich. Diese politischen undkulturellen Wechselbeziehungen sollten als wichtige Aspekte derNationalgeschichte durch das Archiv hinreichend dokumentiertwerden. Damit hört das Nationalarchiv zwar im strikten biblio-graphischen Sinne auf, ein nationales Archiv zu sein, gewinnt aberdiese Bezeichnung in einem höheren, historisch legitimierten Sinnezurück.

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