liiiiiieBaaaaaflflgitiiiiiiiiiiiBiiiiiftiiiiiiiiiiii
HUHMUUMUlmwiiin.iiM
130
■ -.
Die zentrale Sammlung von nationalem Schrifttum ist langegefordert worden. Kein Geringerer als Wilhelm Dilthey wies bereits1878 darauf hin, daß die Archivierung von Literatur in hand-schriftlicher und gedruckter Form „für das wissenschaftliche Stu-dium der Literatur ganz unentbehrlich sei". 14 Die zeitgenössischeResonanz auf seinen Appell war denkbar gering. Doch gehört es zuden Nachwirkungen dieser und anderer Bemühungen, daß eswenigstens für den Zeitraum vom späteren achtzehnten Jahrhundertbis zur Gegenwart im Deutschen Literaturarchiv in Marbach eineStelle gibt, an der seit einiger Zeit nicht nur handschriftliche,sondern auch gedruckte Quellen zur Erforschung der deutschenLiteratur gesammelt werden. 15 Vollständig ist diese Sammlung trotzintensiver Bemühungen jedoch nicht. Von hier wurde daraufaufmerksam gemacht, daß in Deutschland „auf dem Gebiete derliterarischen Überlieferungspflege so heillose Zersplitterungherrscht, daß für jede neue, auf Vollständigkeit zielende Werk- undBriefausgabe Jahre mühseligen Sammeins der Texte unumgänglichsind".'6
IUI!!:
Die Existenz des Marbacher Archivs und anderer Sammelstätten, soetwa des Freien Deutschen Hochstifts, das aus dem Wunschentstand, das gesamte deutsche Schrifttum zu sammeln, sich nunaber auf die Goethe-Zeit beschränkt, 17 darf nicht zu der Annahmeverleiten, daß für die Pflege der Überlieferung bereits genuggeschehe. Das in den Literaturarchiven gesammelte Schrifttumbesteht vornehmlich oder ausschließlich aus Schöner Literatur. DieSchöne Literatur ist aber, bibliographisch und geistesgeschichtlichgesehen, nur ein Ausschnitt aus der gesamten Nationalliteratur. Fürden Rest fehlt es völlig an Bemühungen, ein hinreichend großesKorpus für die Forschung an einer oder mehreren Stellen zu-sammenzuführen. So gibt es etwa, auch dies ein Hinweis ausMarbach, „in Deutschland, einem Land, dessen Beitrag zur Phi-losophie von weltweiter Bedeutung ist, kein zentrales Archiv für dieGeschichte der deutschen Philosophie". 18
Eine konsequente Befolgung des regionalen Sammelprinzips wirktsich allenthalben forschungshemmend aus. Solange es um regio-nalhistorische oder regionalliterarische Phänomene geht, hat diesesPrinzip seine Berechtigung. Aber die Zahl und die Bedeutung
:,,..,;' .;■.