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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Forschungsstätten automatisch jenen Vorsprung sichern würde, aufden es anzukommen schien.

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Mit der Vermehrung der wissenschaftlichen Institutionen vermehrtesich das Personal, zu dessen Rechten und Pflichten die Forschunggehört. Der beträchtliche Zuwachs an Stellen steigerte die Nach-frage nach qualifizierten Bewerbern, so daß sich die Qualifika-tionsverfahren, deren Grundlage eine Forschungsleistung ist, not-wendig multiplizierten. Die Zunahme des aktiv an der Forschungbeteiligten Personals ließ Wettbewerbssituationen entstehen, indenen das originellere Thema, die interessantere Methode oderauch die gründlichere Recherche gefragt war. Entsprechend wurdedie Wahl eines Forschungsgegenstandes bisweilen weniger durchseinen immanenten Wert bestimmt als durch seine Eignung zurprofessionellen Profilierung oder zur akademischen ,Selbstverwirk-lichung'. 1

Die notwendige Folge dieser Entwicklung ist in allen geistes-wissenschaftlichen Disziplinen eine sprunghaft erhöhte Nachfragenach Forschungsmaterialien gewesen. Nicht nur wurden neueGebiete erschlossen, wie sich dies normalerweise aus dem Wis-senschaftsprozeß ergibt. Nicht nur führte die übliche Speziali-sierung in Bereiche, die bislang außer acht geblieben waren. DieSchnelligkeit der Expansion brachte es mit sich, daß sich auch anvöllig unerwarteten Stellen plötzlich ein Bedarf artikulierte.

Ebenso neu wie der Umfang, in dem Forschungsmaterialien inAnspruch genommen wurden, war die Selbstverständlichkeit, mitder man sie allenthalben benutzte. Im Gefolge der politischenVeränderungen der sechziger und frühen siebziger Jahre wurdevielerorts ein bis dahin unbekanntes Recht auf Information pro-klamiert, das den ungehinderten Zugang selbst zu solchen Ma-terialien erzwang, an deren allgemeine Freigabe noch in denfünfziger Jahren niemand gedacht hatte. 2 Das galt nicht nur fürMaterialien, bei denen es früher inhaltliche Gründe für eineBenutzungsbeschränkung gegeben hatte, sondern vor allem auch fürsolche, die wegen ihrer physischen Schutzbedürftigkeit nicht ge-nerell verfügbar gehalten wurden.