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Erschließung und Erhaltung historischerBestände
Sollte es nicht an der Zeit sein, da derStaat seine Pflicht, über der Conservirungderauf uns gekommenen Kunstdenkmälerund Antiquitäten zu wachen, so nach-drücklich auszuüben angefangen hat undda man sich aller Orten rüstet, diese Artvon Resten der Vergangenheit zu inven-tarisiren und durch sachkundige Beschrei-bungen zu einem Gemeingut der Wis-senschaft zu machen, eine ähnliche Für-sorge nun auch den der Gegenwart er-haltenen Literaturdenkmälern angedeihenzu lassen, unter denen so zahlreiche Unicasich befinden?
Franz Schnorr von Carolsfeld (1885)
I
Seit den späten fünfziger Jahren hat sich in den Naturwissen-schaften und in den Geisteswissenschaften eine rapide Expansiondes Wissenschaftsbetriebes vollzogen. Die Anstöße dazu waren eherpolitischer als wissenschaftsimmanenter Natur. Der sogenannteSputnik-Schock führte zu einer Förderung der Naturwissenschaftenauf breitester Basis. Die düsteren Bildungsprognosen, die sich in derBundesrepublik zur Vision einer nationalen Katastrophe verdich-teten, hatten eine ähnlich stimulierende Wirkung auf die Förderungder Geisteswissenschaften.
Die Furcht, angesichts einer sich verschärfenden internationalenKonkurrenz nicht mithalten zu können, führte allenthalben zueinem beispiellosen Ausbau von Bildungseinrichtungen und For-schungsinstitutionen. Die sechziger und frühen siebziger Jahrewaren eine Ära explosionsartigen Wachstums. Die Forderungen derWissenschaft wurden bereitwillig von den politischen Instanzen inder Erwartung erfüllt, daß die größere Zahl von Ausbildungs- und