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dieses Konzepts (Literatur kann nicht gleichzeitig präsent gehaltenund verliehen werden) ging man in der ersten Phase des Leih-verkehrs zum zweiten Modell über. Für die Fernversorgung mitForschungsliteratur waren einige ,Vororte' (Vorläufer der heutigenSondersammelgebiets-Bibliotheken) verantwortlich. Dieses Modellwar, grob gesprochen, für die erste Hälfte dieses Jahrhunderts gültig.Es wurde 1949 durch das dritte Modell abgelöst.
Das Literaturversorgungssystem in der Bundesrepublik ist alsonicht, wie häufig postuliert wird, ein ,reines' Modell, sondern eineMischform aus mehreren Modellen, die sich historisch überlagern.Im Hinblick auf die geisteswissenschaftliche Literaturversorgungmuß das System zumindest als Zweischichtensystem angesehenwerden. Für die Literatur vom Beginn des Buchdrucks bis zumneunzehnten Jahrhundert und weithin auch für die Literatur desfrühen zwanzigsten Jahrhunderts gilt die Systemlosigkeit des viertenModells. Nur für die Literatur der letzten dreißig Jahre treffen dieKriterien des dritten Modells zu.
Damit erweist sich das Literaturversorgungssystem der geistes-wissenschaftlichen Forschung in der Bundesrepublik als ein Systemvon hoher Komplexität. Das zugrundeliegende Reservoir ist nichtnur extrem dezentralisiert. Es ist auch in seiner Verbindung vonstrukturierten und unstrukturierten Teilen schwer benutzbar, weilein direkter Zugriff auf die den Präsenzbestand ergänzende Li-teratur nur auf einem kleinen Sektor möglich ist. Ein zentralerKatalog als Orientierungshilfe und Lenkungsinstrument der Li-teraturanforderungen fehlt. Statt dessen gibt es, und dadurch erhöhtsich die Komplexität des Systems noch einmal, sieben regionaleKataloge, die das nationale Gesamtreservoir nicht nach sachlichenGesichtspunkten, sondern nach dem sachfremden Prinzip seinergeographischen Aufteilung erschließen.
Das Grundproblem der Literaturversorgung der geisteswissenschaft-lichen Forschung besteht darin, daß dieses komplizierte undstöranfällige Fernversorgungssystem wegen vielerorts unzureichen-der Präsenzbestände nicht nur in Ausnahmefällen, sondern als Teilder ,Normalversorgung' in Anspruch genommen werden muß. Diebesonders in den letzten zwanzig Jahren erreichten Verbesserungen
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