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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Diese Vierteilung ist ein Entwurf möglicher Modelle und zugleicheine grobe Beschreibung existenter Formen der Literaturversorgung.,Reine' Modelle sind naturgemäß selten, und es treten verschie-denartige Kombinationen auf. So entspricht etwa das zentralistischeerste Modell der für England charakteristischen Literaturversor-gung. Hier werden mehrere zentrale Präsenzbibliotheken durch einezentrale Fernleihbibliothek ergänzt. Literatur, die nicht in dieserFernleihbibliothek verfügbar ist, muß aus einem dezentralen,ungeplanten Reservoir beschafft werden (viertes Modell). Daszweite Modell ist zur Zeit in reiner Form nicht realisiert, tritt aber inVerbindung mit anderen Modellen auf. Das dritte ist in mehrerenVarianten ausgeprägt. Die ungeplante Dezentralisierung des viertenModells ist im Augenblick in den meisten Ländern anzutreffen.

Die Literaturversorgung in der Bundesrepublik gilt im interna-tionalen Vergleich als klassisches Beispiel für das Modell dergeplanten Dezentralisierung. Diese Zuweisung ist jedoch nurbedingt richtig, denn nach dem dritten Modell ist nur ein Teil derLiteraturversorgung geregelt. Die Fernversorgung der Medizin, derTechnik und der angewandten Naturwissenschaften sowie derWirtschaftswissenschaften und der Landbauwissenschaft geht nachdem ersten Modell vor sich. Seit geraumer Zeit wird die von denentsprechenden Disziplinen benötigte Literatur zur Vereinfachungund Beschleunigung der Versorgung in zentralen Fachbibliothekenbereitgehalten.

Das dritte Modell gilt nur für die Geistes- und Sozialwissenschaftenund für die reinen Naturwissenschaften. Es gilt überdies nur, unddas ist im Hinblick auf den Bedarf der Geisteswissenschaften anhistorischer Literatur wichtig, für die letzten dreißig Jahre, das heißt:für die Zeit nach der Einführung des Sondersammelgebiets-Plansder Deutschen Forschungsgemeinschaft (1949). Für die vor 1949erschienene Literatur liegen die Verhältnisse anders. Wie derhistorische Rückblick zeigt, 2 ist für den größten Teil des neun-zehnten Jahrhunderts eine unkoordinierte und überdies unzurei-chende Literaturbeschaffung kennzeichnend. Das würde dem vier-ten Modell entsprechen. Mit dem Ausbau der Berliner Bibliothekzur zentralen Präsenz- und Ausleihbibliothek wurde der Übergangzum ersten Modell versucht. Nach dem unvermeidlichen Fehlschlag

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