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sondern nur durch eine Prioritätensetzung aufgelöst werden kann.Entweder räumt man den regionalen Verpflichtungen einen Vorrangvor den (die regionalen Ressourcen in der Regel übersteigenden)Anforderungen der Wissenschaft ein; oder man befriedigt diewissenschaftlichen Literaturbedürfnisse, welcher Art sie auch sind,unter Zurücksetzung anderer regional auftretender und auch re-gional zu befriedigender Ansprüche an die Literaturversorgung.
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Die dezentrale Lösung, die beim Wiederaufbau des westdeutschenBibliothekswesens nach dem Zweiten Weltkrieg für die Sammlungforschungsrelevanter Literatur gewählt wurde, gibt eine anti-zen-tralistische Akzentsetzung zu erkennen. 3 Die im Rückblick weithinwillkürlich anmutende Streuung von Sammelstellen läßt sich ausdem Zerfall des zumindest tendenziell zentralistischen Systemserklären, wie es sich unter preußischer Dominanz in den erstenDezennien dieses Jahrhunderts ausgebildet hatte. Sie stellte indieser Form noch keine Etablierung des Regionalprinzips dar, schufaber eine Prädisposition für nachfolgende regionalistische Ten-denzen.
Der Begriff „Bibliotheksregion" kam um die Mitte der fünfzigerJahre in Umlauf. 4 Obwohl dabei zunächst an überschaubareGebietseinheiten gedacht war, gewann die Region als Orientie-rungsmodell rasch an Bedeutung. Mit der Einrichtung der re-gionalen Zentralkataloge entstanden die in den meisten Fällen mitden Bundesländern identischen "Leihverkehrsregionen", und durchsie verfestigte sich das regionale Denken in der täglichen Bi-bliothekspraxis. Neben ihrer Aufgabe in der Literaturversorgungerfüllten die Regionalkataloge eine wichtige ideologische Funktion.Sie traten an die Stelle des ehemaligen preußischen Gesamtka-talogs, der vielfach in den Bibliotheken ebenso als technische wieals politische Belastung empfunden worden war. 5
Mit der Einführung des Regionalbegriffs verband sich eine fol-genreiche Änderung. Die Auffassung, daß es eine primäre Funk-tionszusammengehörigkeit von Bibliotheken gebe, wurde abgelöst
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