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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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4. Der Rückzug in die Region

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Deutschland kann stolz daraufsein, einengrossen Reichtum wie an Universitäten, soauch an Bibliotheken mittleren Rangesaufzuweisen. Sie geben die Möglichkeit,auch an kleineren Orten wissenschaftlichzu arbeiten, und an ihrem Teile haben siedazu beigetragen, dass bei uns die Zen-tralisation des geistigen Lebens vermie-den, der Begriff der stumpfen Provinzunbekannt ist.

Adalbert von Roquette (1902)

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Das wissenschaftliche Bibliothekswesen in der Bundesrepublik istin eine föderalistische Verfassungsstruktur eingebunden, die deneinzelnen Bundesländern dieKulturhoheit" und somit eine pri-märe legislative und administrative Zuständigkeit für Bildungs- undWissenschaftseinrichtungen überträgt. Die für die geisteswissen-schaftliche Forschung bedeutsamen Bibliotheken - die Hochschul-bibliotheken und die allgemeinen Universalbibliotheken - sinddaher (mit Ausnahme der Staatsbibliothek Preußischer Kultur-besitz) 1 in erster Linie eine Angelegenheit der einzelnen Länder. Siebleiben dies auch ungeachtet der vertraglichen Vereinbarungen, diezwischen den Ländern und zwischen Bund und Ländern zumZwecke einer Kooperation in der Forschungsförderung getroffenworden sind. 2

Der verfassungsrechtlichen Anerkennung des Regionalprinzips, mitder die historisch gewachsene Vielfalt des deutschen Kulturraumesrespektiert werden soll und auch zu Recht respektiert wird, steht dieTatsache gegenüber, daß der moderne Forschungsbetrieb in denGeisteswissenschaften Ressourcen voraussetzt, die nicht mehr aufregionaler, sondern nur noch auf nationaler und gelegentlich sogarauf internationaler Ebene geboten werden können. Daraus ergibtsich automatisch ein Spannungsverhältnis, das nicht ausgeglichen,

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