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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Einsatz möglichst geringer Mittel. Die weitere Geschichte desLeihverkehrs ist durch eine in mehreren Stufen erfolgte Ausdehnungdes Verbundes auf eine immer größere Zahl von Bibliothekencharakterisiert. Die letztmögliche Ausweitung brachte der von derDeutschen Bibliothekskonferenz entworfene Bibliotheksplan '73 mitder Forderung, daß „Literatur aller Art... für jedermann an jedemOrt erreichbar" zu sein habe. 25 Der Gedanke war bereits in derLeihverkehrsordnung von 1966 impliziert, und er liegt auch derneuen Leihverkehrsordnung von 1979 zugrunde. Damit ist eineRegelung intendiert, nach der im Prinzip jede Bibliothek jedeandere als Leihbibliothek zur Schließung ihrer eigenen Bestands-lücken behandeln kann.

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Bei dieser universellen Anwendung des Subsidiaritätsprinzips wer-den Bibliotheken unterschiedlicher Leistungsfähigkeit zusammen-geschlossen. In Größe und Bestandsqualität bestehen zwischen denBibliotheken der Bundesrepublik vielfache Abstufungen, die eben-so das Ergebnis bibliothekspolitischer Entscheidungen wie histo-rischer Wachstumsprozesse sind. Dies gilt für die öffentlichenBibliotheken wie für die wissenschaftlichen Universalbibliotheken,die trotz einer gemeinsamen Ausrichtung nicht alle in gleicherWeise für ihre Aufgaben ausgestattet sind.

Die Möglichkeit des allseitigen Zugriffs auf den nationalen Buch-bestand führt nicht nur zur gegenseitigen Aushilfe zwischen gleich-gewichtigen Partnern. Sie führt auch zur Überbeanspruchung dergroßen Bibliotheken und damit zur Einschränkung ihrer Leistungs-fähigkeit, ohne daß die nehmenden Bibliotheken dadurch eineerhebliche Mehrleistung erbringen. In Maßen ist dieses Mißver-hältnis intendierter Bestandteil des Systems: Sammelschwerpunktesind für erhöhte Literaturabgabe konzipiert. In dem zutage tre-tenden Umfang muß es jedoch als unbeabsichtigte Nebenwirkungangesehen werden, die das System gerade an seinen stärkstenStellen zum Schaden des Ganzen schwächt.

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Rund 30 Prozent des Leihverkehrsaufkommens unter rund achtzigBibliotheken werden von vier Bibliotheken erbracht; rund 44Prozent von acht Bibliotheken. Zur ersten Gruppe gehören (in derReihenfolge der Belastung) die Göttinger Bibliothek, die Bayerische