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§Mm.4
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kommens aus. Jeder sechste von auswärts angeforderte Titel ist vor1900 erschienen. 21 Auf diesen Bedarfssektor, der eine Größen-ordnung zwischen einem Drittel und zwei Fünfteln aufweist, ist dasaus dem preußischen Leihverkehr herausentwickelte Subsidiari-tätsschema von vornherein nicht anwendbar. Von Ausnahmenabgesehen, gibt es für diese frühe Literatur keine Sammelschwer-punkte. Hier wird deutlich, wie schwierig auf seiten der Forschungund wie aufwendig auf seiten der Bibliothek die Literaturbe-schaffung in der Bundesrepublik ist.
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Für die Überlastung des Leihverkehrssystems gibt es zudem min-destens zwei bibliothekspolitische Gründe. Einer ist die Heran-ziehung des Leihverkehrs zur Überwindung der Aufbauschwie-rigkeiten in den Bibliotheken der zahlreichen in den sechziger undsiebziger Jahren neu gegründeten Universitäten und Gesamthoch-schulen. 22 Die Ausstattung dieser vielfach unter Zeitdruck errich-teten Bibliotheken beschränkte sich in der Regel auf jene neuereLiteratur, die nur einen Teil des geisteswissenschaftlichen undhäufig auch des sozialwissenschaftlichen Literaturbedarfs aus-macht. Die Konzentration von Lehrpersonal und Studierenden inliteraturintensiven Fächern führte zwangsläufig zu einer erhöhtenInanspruchnahme des regionalen und überregionalen Leihverkehrs,der damit auf eine in seiner Konstruktion nicht vorgesehene Weisezur Deckung des an zahlreichen Stellen auftretenden und örtlichnicht zu befriedigenden ,Grundbedarfs' benutzt wurde. In einigenFällen hat sich diese besondere Form der Partizipation am Leih-verkehr in den letzten Jahren normalisiert, in anderen ist der Druckauf den Leihverkehr überproportional angestiegen. 23
Der zweite Grund ist die Überlagerung des ursprünglich für dieZwecke der Forschungsförderung aufgebauten Versorgungsnetzesdurch ein zweites Versorgungsnetz, dessen Absicht eine möglichstbreite Streuung des nationalen Buchbesitzes ist. Die erste Er-weiterung des Leihverkehrs fällt in die Ära Althoff und bestand inder Einbeziehung der Bibliotheken der höheren Lehranstalten. 24Das Ziel war eine möglichst umfassende Literaturversorgung unter
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