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Die Bemühungen haben bislang über Detailverbesserungen hinauskeinen wirklichen Erfolg gehabt. 14 Die seit Jahrzehnten angestrebteund dem Benutzer in Aussicht gestellte Effizienz des Leihverkehrsist, gemessen an den Erfordernissen des Wissenschaftsbetriebs,nicht erreicht worden. Ein weiteres Ansteigen der Fernleihlawinewird überall erwartet, 15 und damit ist - vor allem wegen derstagnierenden oder sogar gekürzten Pesonalhaushalte - eine weitereVerschlechterung der Literaturversorgung zu erwarten. In der Folgeschwindet die Hoffnung, daß sich die inzwischen „tragende Funk-tion" 16 des Leihverkehrs in der Literaturversorgung der Bundes-republik je wieder in jene akzidentelle Funktion zurückverwandelnkönnte, die für ihn ursprünglich vorgesehen war.
II
Die Überlastung des Leihverkehrs hat zunächst wissenschaftlicheUrsachen. Die Theorie der Bestandsergänzung führt zu strukturellenInkongruenzen zwischen Literaturbedarf und Literaturversorgung.Die Unterscheidung zwischen Grundbedarf und Spitzenbedarf setzteine ,klassische' Forschungssituation voraus, wie sie noch in derzweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gegeben war. Indieser Situation spielt sich, speziell in den Geisteswissenschaften,die Forschung vornehmlich in einem nationalen Kontext ab, so daßdie nationale Forschungsliteratur zusammen mit der unerläßlichen'Forschungsliteratur des Auslandes eine zureichende Arbeitsgrund-lage abgeben kann. Diese überall in Europa zu beobachtendeintellektuelle Autarkie des Wissenschaftsbetriebs brach um dieJahrhundertwende auf und machte damals schlagartig die Un-terversorgung der deutschen Forschung mit ausländischer Literatursichtbar. 17
Das Kennzeichen des modernen Wissenschaftsbetriebs ist eineuneingeschränkte Internationalität, in der die nationale Herkunftvon Forschungsergebnissen, und damit von wissenschaftlichemSchrifttum, keine Rolle mehr spielt. Auch die führenden Wis-senschaftsnationen sind auf einen solchen Austausch angewiesen,wiewohl es im anglo-amerikanischen Bereich noch immer Ten-denzen zur Selbstgenügsamkeit gibt. 18 Sofern nicht Sprachbarrieren
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