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breiteten Klagen über die Dysfunktionen des Leihverkehrs zeigenan, daß er weit über seine Belastbarkeit hinaus beansprucht wird.
In den Anfängen des preußischen Leihverkehrs wurden Warte-fristen von sechs bis acht Tagen als „unerträglich lang" angesehen. 5In einem solchen Zeitraum wird heute eine Leihverkehrsbestellungnur noch in besonders günstigen Ausnahmefällen erledigt. Die,normale' Wartezeit liegt nach verbreiteten Benutzererfahrungen umdrei Wochen, nicht selten erheblich darüber. Ende 1973 gabensechzig Prozent der an fünf Universitäten befragten Fernleihbe-nutzer an, die erbetene Literatur erst nach vier oder mehr Wochenerhalten zu haben. 6 Der Erfolg von Fernleihbestellungen ist indoppelter Hinsicht ungewiß. Einmal kann die angeforderte Li-teratur zu spät eintreffen, um noch von Nutzen zu sein. Das war bei42 Prozent des befragten Bestellerkreises der Fall. 7 Umgerechnet aufdie Zahlen von 1980 wäre damit fast eine Million Bestellungen zwarpositiv erledigt, aber nutzlos ausgeführt. 8 Zum anderen kann dieBestellung überhaupt ergebnislos sein. Die Mitteilung, daß ein Titelnicht nachweisbar sei, erreicht den Besteller häufig erst nachMonaten, manchmal nach Jahresfrist. 9 Im Extremfall erhält erweder die gewünschte Literatur noch einen negativen Bescheid.Bereits 1973 gingen, bei steigender Tendenz, fünf Prozent allerBestellungen ,verloren': 10 Ausfallserscheinungen in einem über-lasteten System.
Das Problem des auswärtigen Leihverkehrs wird allenthalben als einbibliothekstechnisches Problem betrachtet, das durch verbessertetechnische Lösungen zu bewältigen sei. So erwartete bereits derWissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zum Ausbau der wis-senschaftlichen Bibliotheken (1964), daß der „früher als vorbildlichangesehene" und nunmehr „wegen der langen Wartefristen vielkritisierte" Leihverkehr durch organisatorische Vorkehrungen in denBibliotheken so zu beschleunigen sei, daß der Benutzer hinreichendschnell bedient werden könne. 11 Im Bibliothekswesen selbst richtetsich die Aufmerksamkeit fast ausschließlich auf die Umlaufs- undBearbeitungsverfahren. 12 In den Bibliotheken selbst, und das istrückhaltlos anzuerkennen, wird viel Mühe darauf verwendet, durchgeeigneten Personaleinsatz und rationelle Gestaltung von Arbeits-abläufen den Leihprozeß zu beschleunigen. 13
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