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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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2. Ein unzureichend erschlossenes Literaturreservoir

Der Sinn jeder Bibliothek erfüllt sich inihrer Benutzung. Voraussetzung für einenraschen und fruchtbaren Gebrauch istaber nicht nur ein großer, sondern auchein durchgeordneter und über vollständigeKataloge sofort greifbarer Bücherbestand.

Georg Leyh (1947)

I

In den der wissenschaftlichen Arbeit unmittelbar dienenden Bi-bliotheken der Bundesrepublik - den Universalbibliotheken vonnationaler Bedeutung, den Hochschulbibliotheken und den füh-renden Regionalbibliotheken - standen 1980 etwa 77 MillionenBände zur Verfügung. 1 Davon befinden sich in der BayerischenStaatsbibliothek viereinhalb Millionen, in der StaatsbibliothekPreußischer Kulturbesitz drei und in der Staats- und Universi-tätsbibliothek Göttingen zweidreiviertel. Als Archivbibliothek desdeutschen Schrifttums seit 1945 umfaßt die Deutsche Bibliothek inFrankfurt mehr als zwei Millionen Bände. Der Bestand von siebenHochschulbibliotheken (Bonn, Erlangen, Freiburg, Hamburg, Hei-delberg, Köln und Tübingen) liegt etwas über oder unter zweiMillionen, und fünfzehn weitere Staats-, Landes- und Univer-sitätsbibliotheken weisen mehr als eine Million Bände auf.

Qualitativ betrachtet, sind die Bestände vieler dieser Bibliothekenauch im internationalen Vergleich als hervorragend anzusehen. Dasgilt in erster Linie für die großen Universalbibliotheken mit ihrenbedeutenden Sammlungen an Handschriften und an Drucken desfünfzehnten bis neunzehnten Jahrhunderts, aber auch für eine Reihevon mittleren und kleineren Bibliotheken, die aufgrund ihrerEntstehung und historischen Entwicklung Bestände von beson-derem Interesse vereinigen.