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Die Zentralisation der Kataloge war in der von Althoff vorge-sehenen Weise undurchführbar. Wie eine 1913 entstandene, abererst 1925 veröffentlichte Denkschrift feststellte, befanden sich „dieKataloge der Preußischen Bibliotheken in einer besorgniserregen-den Verfassung. Zum größten Teil bleiben sie weit hinter denAnforderungen zurück, die heute an sie gestellt werden müssen." 35Alphabetische Bandkataloge waren teils nicht vorhanden, teils miteklatanten Mängeln behaftet. Mit einer bloßen Duplizierung dieserschlechten und uneinheitlichen Kataloge in Berlin war, wie Fach-leute Treitschke entgegenhielten, 36 keine Verbesserung der Lite-raturversorgung zu erreichen.
Erfolgversprechend erschien aus bibliothekarischer Sicht nur eineUmkehrung des geplanten Katalogprojekts: die Einarbeitung derBestände der Provinzbibliotheken in einen neuen Grundkatalog derBerliner Bibliothek. 37 Erst 1896 wurde „nach dem Vorgange desBritish Museum zu London und der Bibliotheque nationale zu Parisein gedrucktes Gesamtverzeichnis" projektiert. Die Rohfassung desZettelmanuskripts kam 1921 zum Abschluß; 38 die ersten Bände,deren Drucklegung der Erste Weltkrieg und die Inflation ver-hinderten, erschienen als Gesamtkatalog der Preußischen Biblio-theken zwischen 1931 und 1936. 39 Der Rest des Manuskripts gilt seitdem Ende des Zweiten Weltkriegs als verschollen.
Der Gesamtkatalog , häufig als Musterbeispiel Althoffscher Wis-senschaftsfürsorge apostrophiert, wurde in einer nicht von ihmintendierten Form konzipiert und gegen seinen Einspruch fort-geführt und fertiggestellt. 1902 plante er die Ersetzung des Ge-samtkatalogs durch „ein anderes annähernd gleichwertiges, aberweniger kostspieliges Unternehmen, z. B. einen Gesamtkatalog nurder seltenen Bücher oder eine Zentralstelle für bibliographischeAuskünfte". 1904 fragte er bei der Katalogredaktion an, ob nicht zurVereinfachung des Katalogs „in der Königlichen Bibliothek hier-selbst und den Universitätsbibliotheken Teile der älteren Bücher-bestände als wertlos ausgeschieden werden könnten, entweder inder Weise, daß alle vorhandenen Exemplare eines Buches entferntwerden, oder aber so, daß nur auf einer dieser Bibliotheken einExemplar des Buches erhalten bleibt". Die Grenze für „wertloses"Schrifttum sollte bei 1750 liegen. 40 Man verdankt es dem Geschick
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