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Auslandes als kommensurabel, wenn nicht als überlegen ausge-geben werden konnte. Bei dieser Lösung brauchte der Ausbau derBerliner Bibliothek nicht forciert zu werden, und die Forschungkonnte durch diese ,Präsenzbibliothek' neuer Art als genügendversorgt gelten.
Die publizistische Präsentation des Modells übernahm - aufAlthoffs Veranlassung 23 - Heinrich von Treitschke in den Preus-sischen Jahrbüchern. 24 Er forderte den Ausbau der Berliner Bi-bliothek zu „einem großen National-Institut", das „die anerkannterste der deutschen Bibliotheken" sein sollte. Neben der ange-messenen Ausstattung und Unterbringung der Berliner Bibliothekerstreckte sich eine zweite Forderung Treitschkes auf die „Cen-tralisation der Bücherkataloge" als Vereinigung der Ressourcen derleistungsfähigsten Bibliotheken. Mit der Zusammenfassung derKataloge würde Berlin zu der „einen Stelle in Deutschland werden",„wo jeder Forscher erfahren kann, was er in diesen Sammlungen zusuchen hat".
Treitschkes Plädoyer, von der Idee des „Konkurrenzkampfes derVölker" bestimmt, 25 war politisch-polemisch. Die etablierte Formder zentralen Präsenzbibliothek tat Treitschke als unbrauchbar ab:„Eine solche Ansammlung aller literarischen Bestände an einerStelle ist in unserem decentralisierten Vaterlande weder möglichnoch wünschenswerth." Die Einrichtung eines „prachtvollen Le-sesaals" nach dem Vorbild des Britischen Museums - damals immerwieder gefordert - ironisierte er als „wunderbaren Gedanken": „Esbraucht einer nur recht frech auf bewährte deutsche Einrichtungenzu schmähen, so fehlt es ihm nicht an Beifall." Die bewährtedeutsche Einrichtung war die Ausleihe. Sie bewies für Treitschke,„daß die deutsche Verwaltung auch auf diesem Gebiete, wie fastüberall, gemeinnütziger, humaner verfährt als das Beamtenthum derNachbarländer".
Die Vereinigung der Kataloge in Berlin, die eine Zusammenfassungbewirken sollte, ohne an der Dispersion etwas zu ändern, botTreitschke als überlegene deutsche Version der Zentralisation dar.Die Zerstreuung war „ein unschätzbares Glück, trotz allen Un-bequemlichkeiten, die sie mit sich führt; sie entspricht dem Cha-