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motivieren"; 7 die der Bibliotheken sind schwieriger verständlich zumachen. So stellt die Parallelisierung meist einen Versuch dar, etwasvon jener Selbstverständlichkeit des Existenzanspruchs, die dennaturwissenschaftlichen Forschungsstätten seit dem Ende des neun-zehnten Jahrhunderts allenthalben zugestanden wird, auf die Bi-bliotheken zu übertragen.
So problematisch der Vergleich jenseits der pragmatischen Absichterscheinen mag, er ist bei vorsichtiger Ausdeutung der Analogiedurchaus geeignet, die Rolle der Bibliothek in der geisteswis-senschaftlichen Forschung zu veranschaulichen. Naturwissenschaf-ten und Geisteswissenschaften weisen im Hinblick auf das Vor-gehen des Forschers an der Grenze zum Neuen viele Gemein-samkeiten auf, deren Eigenart und institutionelle Implikationensich am eingängigsten vom Laboratorium her als der Stätte deswissenschaftlichen Versuchs erschließen.
Am Anfang eines Prozesses naturwissenschaftlicher Erkenntnis-gewinnung steht, wie die moderne Wissenschaftstheorie verdeut-licht hat, 8 in der Regel eine Hypothese oder Theorie. Sie stellt einevorläufige Konzeption dar, die an empirischen Daten mit dem Zielihrer Bestätigung überprüft wird. Erweist sie sich gegenüber demempirischen Befund als unzutreffend oder unzureichend, muß siemodifiziert werden. Dieses Verfahren wiederholt sich solange, biseine in dem abgesteckten Rahmen widerspruchsfreie Erklärung derempirischen Gegebenheiten erreicht ist.
Es gehört zu den methodischen Grundsätzen der modernen Na-turwissenschaft, daß man zur Bestätigung oder Widerlegung einertheoretischen Annahme, wo immer das möglich ist, nicht nur einensich von selbst ergebenden Befund registriert. Man versucht viel-mehr, die Nachprüfung auf aktive Weise herbeizuführen. Diesgeschieht im Experiment. Gleichviel ob im Kantischen Sinne alsFrage an die Natur oder nach neuerem Verständnis als „Dialog mitder Natur" 9 aufgefaßt, ist das Experiment eine bewußt und gezieltbewirkte Erfahrung, eine planvoll angesetzte Erkenntnisbemühung.
Der Erfolg eines Experiments hängt nicht nur von der Qualität derkonzeptionellen Arbeit des Forschers ab. Er ist auch an die Qualität
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