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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Forschungsergebnissen, die in der Regel in punktuellem Zugriffentnommen werden: "A scientific library is not primarily a quarry,nor a factory, but a störe." 6 Das schließt nicht aus, daß sie, vor allemdurch Einschluß ,klassischer' Werke, die Wissenschaftstraditionselbst dokumentiert.

Die geisteswissenschaftliche Bibliothek ist ebenfalls ein Aufbe-wahrungsort von Forschungsergebnissen, aber sie ist zugleich mehr:ein Reservoir, das die primären Quellen der Forschung enthält. Inihr verbindet sich das Repositorium der wissenschaftlichen Literaturmit den eigentlichen wissenschaftlichen Arbeitsmaterialien zu einerEinheit. Infolgedessen ist die Bibliothek nicht nur Literatursamm-lung, sondern auch Arbeitsstätte. Sie ist, in den Worten Adolf vonHarnacks, Speicher und Werkstatt in einem.

III

Über die Bibliothek als wissenschaftliche Arbeitsstätte herrschenweithin unklare Vorstellungen. In Deutschland sind sie besondersverschwommen, weil hier eine bestimmte Bibliothekskonzeptiondominiert. Traditionell werden die Bibliotheken, auch die wis-senschaftlichen, vor allem als Büchermagazine verstanden, derenerste Aufgabe die von Leihbüchereien ist. Daß eine Forschungs-bibliothek mehr sein kann und sein muß, ist eine nicht generellverbreitete Ansicht. Die Erfahrungen deutscher Wissenschaftler mitausländischen Bibliotheken, speziell denen Frankreichs, Englandsund der Vereinigten Staaten, tragen indessen dazu bei, daß sichzumindest an einigen Stellen eine Revision dieser traditionellenAuffassung anbahnt.

Die Schwierigkeiten, den Charakter der Bibliothek als Forschungs-stätte zu verdeutlichen, scheinen Anlaß zu dem immer wiederanzutreffenden Vergleich zwischen Bibliothek und Laboratoriumgegeben zu haben. Er macht in der Regel eher auf die Un-abdingbarkeit der Bibliothek für die geisteswissenschaftliche For-schung als auf ihre Funktion im Wissenschaftsprozeß selbst auf-merksam. Die Forderungen naturwissenschaftlicher oder techni-scher Institute lassen sich, so bereits Adolf von Harnack,drastisch

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