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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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homogen ist. Es besteht aus Monographien und Zeitschriften, derengemeinsames Kennzeichen die Zugehörigkeit zu einem Schrifttumneueren Erscheinungsdatums und damit relativ leichter biblio-graphischer Beherrschbarkeit ist. Diese Literatur archiviert dieErgebnisse des Forschungsprozesses. Sie repräsentiert idealiter denKonsensus des in gemeinsamer Bemühung Erreichten und bietet ineiner aus der Tradition dieser Bemühungen hervorgegangenenSystematik für ein Gebiet oder eine Disziplin den Stand desWissens dar.

Die Bibliothek hat für diese Wissenschaftsbereiche vornehmlich,wenn auch nicht ausschließlich, eine elementare Speicherfunktion.In der Bibliotheksmetaphorik der polyhistorischen Gelehrsamkeitdient sie alsVorratskammer des Geistes", 3 aus der bei Bedarf diefür die Fortführung der wissenschaftlichen Arbeit erforderlichenInformationen entnommen werden können. In einem eher realenals metaphorischen Sinne stellt sie das ,Gedächtnis' der Wis-senschaft dar, von dem man erwartet, daß es durch laufende undmöglichst lückenlose Literaturbeschaffung in optimaler Weisefunktionsfähig gehalten wird. 4

Zur Erfüllung ihrer Funktion braucht eine auf die Literaturver-sorgung dieser Wissenschaftsbereiche spezialisierte Bibliothek nichtunbedingt eine Bibliothek im herkömmlichen Sinne zu sein. Dienaturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen verfügenebenso wie die Medizin über umfassende und feinmaschige bi-bliographische Hilfsmittel, die schon in gedruckter Form nichtbibliotheksgebunden waren und die in Form der Datenbankgänzlich bibliotheksunabhängig sind. Da der Zugriff auf dieLiteratur meist als Information über ein bestimmtes Problem erfolgt,ist von der Sache her nur ein archivierender und seine Informationproblemlos abgebender Literaturspeicher gefordert. Bereits jetztdrängt die Literaturversorgung mit Hilfe der Papierkopie (in derRegel von Zeitschriften-Aufsätzen) die konventionelle Bibliothekals Ort der Literaturrecherche und der Literaturbenutzung in denHintergrund, und in Zukunft dürfte die Entwicklung der elek-tronischen Literatur' darauf abzielen, sie völlig entbehrlich zumachen.