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bliothek als institutioneller Bedingung der Forschung existiert nicht.
Üblicherweise begnügt man sich mit der monistischen Prämisse,daß es Aufgabe der Forschungsbibliothek sei, die Literaturver-sorgung der Wissenschaft sicherzustellen. Dabei bleibt außer acht,daß die Erfordernisse der wissenschaftlichen Arbeit auf verschie-denen Gebieten jeweils andere sind und daß sie selbst innerhalbeines Gebietes nicht notwendig dieselben bleiben müssen. DerRekurs auf Literatur ist in der Wissenschaft vielfach differenziert,und damit können die Erwartungen gegenüber den Institutionender Literaturversorgung nicht gleichartig sein.
Das Spektrum des wissenschaftlichen Literaturbedarfs ergibt sichindessen nicht als bloße Summe von individuellen Bedürfnissen.Innerhalb gewisser Variationsbreiten treten Bedürfnisse auf, die vonder Struktur der Arbeit her als charakteristisch gelten müssen. Esgibt typische Formen des Zugriffs auf die Bibliothek als Lite-raturreservoir, und das gilt besonders für das Verhältnis vonBibliothek und geisteswissenschaftlicher Forschung. 1
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Die spezifischen Probleme der Literaturversorgung in den Gei-steswissenschaften ergeben sich daraus, daß zumindest in ihrenklassischen Disziplinen - der Philosophie, den Philologien und derGeschichte - der Text primärer, wenn auch nicht notwendigalleiniger Arbeitsgegenstand ist. 2 Die Geisteswissenschaften un-terscheiden sich darin nicht nur von den Naturwissenschaften, derMedizin und der Technik, sondern auch von den Sozialwissen-schaften, denen unter diesem Gesichtspunkt die Psychologie, diePädagogik und andere Disziplinen zuzurechnen sind. Hier ist derText in der Regel nicht unmittelbarer Gegenstand der Arbeit,sondern innerhalb des Wissenschaftsprozesses nur ein supplemen-tärer Informationsträger.
In den nicht-geisteswissenschaftlichen Bereichen erstreckt sich derLiteraturbedarf normalerweise auf moderne Forschungsliteratur, einTextkorpus, das umfangreich sein mag, aber in sich weitgehend
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