Druckschrift 
160 Jahre Pflichtexemplare für Bonn und Münster : Geschichte der Ablieferungspflicht von Druckwerken an Bibliotheken mit Vorschlägen für eine Neuregelung
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

m

und einer größeren Zahl von Heimatzeitschrif-ten auf dort angegebene Literatur weit intensi-ver erfolgen, als es bei der zu knappen Personal-decke möglich ist. Die Ermittlungsarbeit derPflichtstellen wird unterstützt durch einen Kreisvon Mitarbeitern der Bibliothek, die auch au-ßerhalb ihres Dienstes sehr aufmerksam alle ih-nen begegnenden Hinweise auf Pflichtliteratursammeln und an die Sachbearbeiter der Pflicht-stellen weitergeben. Wie in Bonn werdenauch in Münster die Pflichtstellen auf nicht we-nige Titel erst aufmerksam durch die Bestellun-gen von Benutzern in der Orts- wie Fernleihe,ja auch im Internationalen Leihverkehr, wobeies in der Natur der Sache Hegt, daß in der Fern-leihe gerade sehr endegene und nicht im ge-werblichen Verlag erschienene Schriften ver-langt werden, die andere Bibliotheken nicht er-warben, weil sie sich mit Recht darauf verlassenhaben, daß die zuständige Pflichtbibliothekauch diese Literatur sammelt. Der größte An-sporn ist aber, daß seit kurzem in der ÜB Mün-ster die für Westfalen zuständige Redaktion derNordrhein-Westfälischen Bibliographie ihreArbeit aufgenommen hat. Zum einen sind da-durch die Anforderungen an die Mitarbeiter derPflichtbereiche noch gewachsen, zum andernhat ihre Arbeit einen zusätzlichen Sinn erhal-

ten: Das Schrifttum des Landes wird jetzt nichtnur archiviert und zur Benutzung bereitgestellt,sondern dient ganz überwiegend auch der bi-bliographischen Verzeichnung. Um den neuenAnsprüchen zu genügen, müssen die Pflicht-exemplare noch vollständiger und rascher erfaßtund eingefordert werden. Das jedoch ist mitverstärkten bibliographischen Recherchen undnoch mehr Schriftwechsel (Anforderungen, Re-klamationen usw.) verbunden. Schon jetzt wer-den von den Pflichtstellen pro Jahr über 2.000Briefe geschrieben und ca. 500 Telefonate nachauswärts geführt. Die notwendige weiterequantitative und qualitative Steigerung der Lei-stung ist ohne personelle Verstärkung nichtmöglich.

Zur Zeit sind in Münster in den Pflichtberei-chen der Erwerbungsabteilung beschäftigt: eineMitarbeiterin des mittleren Dienstes mit ca. 35Stunden für die monographische Literatur, einMitarbeiter des gehobenen Dienstes mit ca. 25Stunden für die Pflichtzeitschriften, ein Mitar-beiter des mittleren Dienstes mit ca. 25 Stundenfür die Pflichtzeitungen und schließlich ein Mit-arbeiter des einfachen Dienstes mit 40 Stundenfür das Separieren der Lokalteile der Unteraus-gaben der Pflichtzeitungen.

83