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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Die Verhältnisse von Weissenburg, Lorsch, Inden, Stablound Prüm sind bisher nicht aufgeklärt und werden sich viel-leicht nie aufhellen lassen, aber Unfreie als Aebte oder Mönchesind da meines Wissens nicht festgestellt worden. Sollte inder Zeit der Ottonen die Umgestaltung von Fulda und Hers-feld in dem Sinne der Freiständigkeit und der Ausbildungeiner Ministerialität erfolgt sein, hat dann Heinrich II.kein Bedenken getragen, jenes Prinzip zu bekämpfen (Fulda,Hersfeld), aber dieses beizubehalten? Es bleibt ein bedenk-liches Ding, wenn bisher Tomek, der doch die ganze Reformbearbeiten will, diese Seite der Reformen Heinrichs II. garnicht erörtert 1 ). Die deutsche Kirchengeschichte ist bis in dasHochmittelalter hinein auch Verfassungsgeschichte.
Bei Heinrich II. war es von erheblicher Bedeutung, dasser in Regensburg den Bischof Wolfgang erfolgreich am Werkegesehen hatte. Die Kirchenpolitik dieses gewalttätigen Herr-schers steht unter dem Einfluss der Reformer und ihrer bay-rischen Führer und deren Erfolge!
5. Edelfreie Kanonissenstifter.
Bei St. Ursula in Köln hatte ich den freiherrlichen Cha-rakter des Stiftes für alle Jahrhunderte bis zur Aufhebung1802 nur behauptet (S. 42), den Beweis hat Zündorf ge-liefert 2 ). Er bringt die Abstammung von 124 Kanonissen bei,von denen nur zwei nicht genau zu bestimmen sind. Seitetwa 1650 Hess man nur noch Reichsgräfinnen zu, und alssolche kamen auch drei Wolkenburg-Rodenegg hinein, obwohlsie nicht reichsunmittelbar waren. Man hatte im Kölnischen
*) Noch in der Ahhandlung: Die Reform der deutschen Klöstervom 10.—12. Jahrhundert. Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Benediktinerord.32, 65—84 steht er auf diesem Standpunkte.
a ) Johannes Zündorf, Zusammensetzung und Verfassung desKölner St. Ursulastiftes nebst Untersuchung der ständischen Verhältnisse.Bonner Dissertation 1911.