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<2> (1922)
Entstehung
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Standes Verhältnisse von Männerklöstern u. Kanonissenstiftern 13

fast keine Familien mehr, die zu dem Konvente in St. Ursula,St. Gereon und zum Domkapitel berechtigt waren; so nahmman vielfach Süddeutsche auf, und in den Kapitelsitzungenhörte man infolgedessen mehr schwäbisch als rheinisch. ImUebrigen wären auch diese Konvente nahezu ausgestorben,wenn man nur Geschlechter zugelassen hätte, die schon imHochmittelalter edelfrei waren. Von den acht Familien, diein St. Ursula im 18. Jahrhundert vertreten waren, gehörtenzum Hochadel der Zeit von 1250 nur zwei (Salm-Reifferscheidund Manderscheid); die übrigen waren eine nach der anderenin den Hochadel aufgestiegen.

Auf den Gedanken, dass Köln im Mittelalter noch einzweites hochadliges Frauenstift besass, war ich nicht gekommen.Das nach England verschlagene Totenbuch des Stiftes Sfc. Cäcilia,das durch die Bonner Universitätsbibliothek erworben wurde,machte das aber sehr wahrscheinlich, und Nicolaus Michelerbrachte dann in seiner ungewöhnlich guten Dissertation denBeweis 1 ). Auch dieses im letzten Viertel des 9. Jahrhundertsbegründete Stift blieb bis zu seinem Ende ein rein freiherr-liches, dessen Exklusivität sich schon daraus ergibt, dass 1474sich in den verödeten Stiftsräumen nur noch eine vollberech-tigte Dame befand, die Aebtissin Else von Reichenstein, diein der Kunstgeschichte dadurch weit bekannt geworden ist,dass sie die Madonna mit dem Veilchen malen Hess aufdem Gemälde ist sie auch selbst abgebildet. Michel hat einegrosse Zahl von Kanonissen beigebracht. Eine war die SchwesterKaiser Ottos I. Berthtuitha, die als solche durch das ja freilichjüngere Memoirenbuch bezeugt ist; drei der sechzig Geschlechtersind nicht sicher als edel zu erweisen (Bolant, Dieteren, Neu-kirchen), drei spotteten jeder Ermittlung (Düringe, Gyle undOsterholz).

] ) Das alte freiherrliche Kanonissenstift St. Cäcilien in Köln, Saar-louis 1914. Der als Dissertation gedruckte Teil enthält die hier inBetracht kommenden Abschnitte nicht.

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