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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
den Priesterkanonikern) nur Edelfreie dem Kapitel angehörten.Doch als ich die Namen der Kanoniker vor 1300 zusammen-stellte, brachte ich 124 aus 72 Familien zusammen, von diesenGeschlechtern waren aber 9 mit 14 Domherrn ministerialisch,6 mit 8 zweifelhaften Ursprunges. Vielleicht sind einigePriesterkanoniker darunter, aber der exklusive Charakter isterst für das 14. Jahrhundert erwiesen; es kann übrigens sehr wohlsein, dass diese Ministerialen nur zeitweise in das Kapitel ein-gedrungen waren und später wieder hinausgedrängt wurden 1 ).Ohne Beweise zu erbringen, bezeichnet Forst-Battagliaauch die Domkapitel von Magdeburg und Halberstadt bis etwa1300 als hochadlig 2 ). Weber sagt in seiner Dissertationüber das Magdeburger Domkapitel nur: „Es herrschte zu-nächst bis ins 14. Jahrhundert der Hochadel vor. Dann ersttrat der niedere Adel hervor" 3 ). Brackmann fand im Halber-städter Domkapitel im 12. Jahrhundert nur 18 nobiles, im 13.:54 nobiles und 19 Ministerialen, im 14.: 33 nobiles und 38Ministerialen 4 ).
4. Edelfreie und freiständische Männerklöster.
Dass auch Fulda wenigstens eine Zeit lang nur Freiensich öffnete, nachdem vorher der wirkliche Geist der Bene-diktinerregel geherrscht hatte, ist durch Hack nachgewiesenworden und zugleich für Hersfeld wahrscheinlich gemacht 5 ).
') Schulte, Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln(Sitzungsberichte d. bayr. Akad. d. Wissensch. Philos.-philol. u. hist.Klasse 1919, 8. Abhandlung) S. 20 f.
2 ) Vom Herrenstande 1, 35.
s ) Erich Weber, Phil. Dissert. Halle 1912, 3, 16.
*) Albert Brackmann, Urkundl. Gesch. d. Halberstädter Dom-kapitels im Mittelalter. Gföttinger phil. Dissert. 1898, S. 6 f.
5 ) Friedr. Willi. Hack, Untersuchungen über die Standesver-h'ältnisse der Abteien Fulda und Hersfeld bis zum Ausgang des 13. Jahr-hunderts. Quellen u. Abhandlungen z. Gesch. d. Abtei Fulda und derDiözese Fulda Bd. 7 (1911). Diese Beweisführung ist von Böhmer, Das