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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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17 Gendarmerieregimentern. Eine eigentümliche Stellung nahm derMinisterpräsident Otto von Manteuffel ein, ein ernster, enger Büro-krat, auch er ständisch-feudal orientiert, aber ständig warnte er denKönig vor den schroffen Schritten, ohne freilich sein Amt, wenn ernicht durchdrang, niederzulegen.

Am Bunde herrschte ebenso die Neaktion, doch auch hier gab esSchranken. Es wurden die als Neichsgesetz veröffentlichten Grund-rechte der Frankfurter Verfassung als nicht zu Necht bestehend er-klärt, sie sollten in den Ländern, wo sie durch Landesgesetz eingeführtwaren, durch die Negierungen außer Kraft gesetzt werden. Preußenund Osterreich fanden sich auch in dem Antrage zusammen, daß einAusschuß (der „Neaktionsausschuß") dafür sorge, daß kein Vundes-staat Einrichtungen und Zustände dulde, die für die innere Nuhe undOrdnung im eigenen Lande und damit im Bunde bedrohlich seien.Fast nur Bayern ließ seine Verfassungsänderungen von 1848 be-stehen. In Hannover oktroyierte der König Georg V. eine neue Ver-fassung. Am härtesten war der Streit in Kurhessen, wo der Bundes-tag lange Jahre mit einer von seinen Kommissaren ausgearbeitetenVerfassung Frieden stiften wollte.

In der Wirtschaftsfrage, die der österreichische Minister Brück anden Bundestag brachte, war Preußen in der Abwehr. Er hattedurch Aufhebung aller Binnenzölle den gesamten Kaiserstaat zu einerWirtschaftseinheit gemacht. Seine Absicht war, in Übereinstimmungmit der Frankfurter Neichsverfassung diese Wirtschaftseinheit aufden ganzen Bund auszudehnen. Das hieß den preußischen Zollvereinbeseitigen, dem Bunde eine neue Aufgabe zuweisen und der Präsi-dialmacht den stärksten Einfluß auf die Wirtschaft einräumen.Preußen parierte den Schlag, indem es den noch unabhängig da-stehenden, die Nordseehäfen einschließenden nordwestdeutschen Steuer-verein zum Anschluß an den preußischen Zollverein gewann und zu-gleich den süddeutschen Staaten, die auf dem Eintritt Preußens indas System Vrucks bestanden, den Vereinsvertrag kündigte. Ta sienun doch Bedenken wirtschaftlicher Art fanden, erneuerten sie mitPreußen den Zollverein. Osterreich erhielt vom Zollverein auf12 Jahre einen günstigen Handelsvertrag und die Aussicht auf neueVerhandlungen im Jahre 1859.

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