land hätte in den ersten Monaten kaum eingreifen können; wederNußland noch Frankreich. Sie hätten, selbst in Nöten, in ihrenAnschauungen geradezu gegnerisch, durch eine gleiche Drohung derinnerpolitischen Bewegung der Teutschen den Schwung außen-politischer Neizung hinzugefügt. Das deutsche Volk wollte, auf sichgestellt, die Einheit eines freien staatlichen Lebens, nur wenige dievollständige Einheit, und noch geringer war die Zahl derer, die einesolche in der Form einer Republik erstrebten. Von vornherein regtensich die Widerstände der Nichtdeutschen im Kaiserstaate, auchPreußen hatte Kreise, die das engere Vaterland höher stellten, diePolen waren schwierig. Zunächst mußten sich die PartikularistischenTeutschen, die Bayern und andere, ducken.
Tie Führer der nationalen Erhebung waren die Gebildeten, sierissen die Massen mit, die einfachen Leute füllten wohl die Neihender Kämpfer in den Einzelrevolutionen. Ten meisten Gebildetenfehlte aber die Neigung, zu den Waffen zu rufen, und im allgemeinenauch den Landleuten. Sie wollten einen Neubau friedlich konstru-ieren. Da die Gegensätze unter den Baumeistern sehr tief gingen,schritt der Bau äußerst langsam fort. Und sie konstruierten mehr ausTheoremen heraus, als unter Beobachtung der unzerstörbarenRealitäten. Sicher war es ein edles Unterfangen, einen Prachtbauherstellen zu wollen, aber verfehlt, den Baugrund nicht auf seineTragfähigkeit zu prüfen. In der Paulskirche verstand man es nicht,die Einzelregierungen einzugliedern, man beobachtete nicht scharfgenug den Dualismus der Großmächte, die Anhänglichkeit der Be-völkerungen an ihre Dynastien und die wachsende Möglichkeit desEingreifens des Auslandes.
In den Grundrechten hatte man die Freiheitsrechte des Indi-viduums festgestellt und damit die liberalen Gedanken durchgesetzt.Auch in der Staatsform hatten sie gesiegt. Die Republikaner wolltenweiter gehen und griffen zu den Waffen.
Man darf die Stellung des Auslandes nicht übersehen. NachdemFrankreich sich erholt hatte, kam sein altes Dogma zur Geltung,daß Deutschland nicht einig und stark sein dürfe. Man drohte endlichmit dem Bündnisse mit dem Zaren, der mehr und mehr seinen Ein-fluß steigern konnte. England sah ungern die bescheidenen Anfänge
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