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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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gefühl Bahn brach, so war doch weder ein klarer Plan noch einedeutsche Organisation, die diese Fragen betreute, vorhanden. Hättees einen obersten deutschen Kriegsrat gegeben, so würden die mili-tärischen Erfordernisse klar herausgestellt worden sein. Eine zweiteMöglichkeit lag dann vor, wenn Hardenberg sich mit den am aller-unmittelbarsten an einer sicheren Grenze interessierten Südstaatengeeinigt hätte. Das geschah nicht, vielleicht schon darum nicht, weildiese nicht alle im Hauptquartier vertreten waren.

So siel die Entscheidung über die Friedensbedingungen fast völligden außerdeutschen Großmächten zu. Die beiden englischen Staats-männer, Wellington und Castlereagh, stellten Europa vor eine voll-endete Tatsache, König Ludwig XVIII. wurde sofort nach Parisgeholt und wieder auf den Thron gesetzt. Der Zar stand unter demEinflüsse hyperlegitimistischer Anschauungen wie solcher der Mystik.Ihn bannte der Zauber von Paris und einzelner hervorragenderfranzösischer Geister, Nichelieus, der Talleyrand abgelöst hatte,vorab. Das Haus Vourbon werde — so glaubte der Zar —, durchden Abfall des Volkes belehrt, eine vorsichtige Politik führen. Essei an Waterloo unschuldig und müsse daher vom Auslande geschütztund daher dürfe Frankreich nicht verkleinert werden. Da nun dieMächte ihre Schachfiguren neu aufstellen, das Gleichgewicht Europaszu balancieren, wendet sich der Blick auch der Zukunft zu. FürAlexander leuchtet als ferner Stern der Gedanke einer Verbindungvon Nußland und Frankreich. Wohl war in England zunächst nachWaterloo die öffentliche Meinung dafür, Frankreich zu strafen, dochdie Negierung kehrte bald zu der alten Meinung zurück, daß manan dem Oberrheine kein Interesse habe. Auf den Meeren hatteEngland die Gewalt, die Niederlande wollte man vergrößern,aber durch Straßburg dem Oberrheine die notwendige Sicherheitzu geben, lehnte man ab, das könne zu neuen Kriegen führen. FürÖsterreichs Politik fiel auch das ins Gewicht, daß Metternich mehrfür Europa und sein Gleichgewicht sorgte, der Kaiser mehr fürÖsterreich und seine Stellung in Italien, und beide keinerlei Haßgegen Frankreich hegten. Metternich wollte nicht den Zaren alleinzum Protektor Frankreichs machen, er wollte dieses Volk durchMäßigung der Anforderungen beruhigen. Das Wort Steins, das

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