es auch noch immer Leute geben, die sich von dem Zauber der Er-folge des großen Korsen blenden ließen und wohl gar in dem Fremd-ling den Führer sahen.
In den starken Seelen erwuchs der Wille zur Macht, die mannicht besaß, in den mehr vom Gemüte geleiteten, vor allem bei denRomantikern, erwachte der nationale Gedanke. Die erste Kata-strophe, der Dreißigjährige Krieg, hatte eine Geisteserneuerung nichtherbeigeführt. Dieses Mal war der alte Bau völlig zerschlagen,die Erneuerung mußte von den Einzelgeistern ausgehen. Die ge-hobenen gingen voran, ihre Gedanken entzündeten und belehrten deneinfachen Mann in Stadt und Land, und endlich war der Lebens-drang des Volkes reif, um Gut und Vlut für das Vaterland ein-zusetzen. Soldatische Todesverachtung ergriff die Untertanen, „sichvon der Knechtschaft des Kaisers der Franzosen zu befreien".
Wir Deutsche fühlen das heute noch stärker mit als in den Tagenmeiner Jugend, denen des Vismarckischen Reiches. In jener Noterstand in allen Ständen des deutschen Volkes zum ersten Male einfester Wille zu politischer Macht. Deren alte Träger, die Häupterder Dynastien, zauderten mehrfach länger als ihre Untertanen.
Das deutsche politische Denken war im alten Neiche schwach ge-wesen, es wurde durch die beiden Körper, das Neich und das Terri-torium, zu sehr zerfasert. Mit dem ersten, im Grunde unpolitischenDichter der zweiten klassischen Periode, mit Klopstock hebt der Klangnationalen Empfindens an, um neben den Klängen weltbürgerlicherGefühle zum gleichberechtigten Träger von Melodien zu werden, dannvöllig obzusiegen. Der Dichtung gesellte sich die Wissenschaft. DerPhilosoph Fichte hat zuerst (1807/08) in seinen Neben sich an diedeutsche Nation gewendet, um sie geistig zu erneuern unter Veiseite-stellung alles Trennenden. Den Volksgedanken hatte Herder be-gründet, indem er vorwiegend bei fremden Nationen ihre volklichenWerte klarlegte. Die Nomantiker vertieften sich in die deutsche Ver-gangenheit und entdeckten große Zeiten und glückliche Zustände.Das Gemüt fand in solchen Stimmungen Nahrung, sie trugen dieSeelen in sonnige Gefilde, deren Schatten man nicht sah, weil manselbst in dem tiefsten Schatten stehend den Vlick den Sonnenstrahlennachsandte. Man dachte nicht streng wissenschaftlich und begründete
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