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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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wirkte der Staatssireich des Fruktidor ein, der in Paris die schärfereNichtung der Freunde der „natürlichen Grenzen Frankreichs" empor-gebracht hatte. Für das Neich waren nur Richtlinien festgelegt. InLeoben war noch die Integrität des Neiches beibehalten, wenn schonein wenig durchlöchert, in Campo Formio aber hatte Österreich ineinem ganz geheimen Friedensartikel das linke Nheinufer preis-gegeben, wenn auch talwärts nur bis nach Andernach. Damit wurdenPreußens sämtliche linksrheinische Besitzungen und ebenso dernördliche Teil der pfalzbayrischen von der Übergabe an Frankreichausgeschlossen. Mit anderen Worten: Preußen sollte auf dem linkenNheinufer festgehalten werden und damit jeden Anspruch auf Ent-schädigung innerhalb des Neiches verlieren. Und doch hatte es sichinsgeheim von Frankreich schon 1796 geistliches Gebiet (Münster-Necklinghausen) zusichern lassen! Die beiden Großmächte führtenentgegengesetzte Politik. Auf einem Kongresse sollte dann der Friedemit dem Neiche abgemacht werden. Auch Österreich hatte bereitsdas Prinzip der Säkularisationen angenommen, sich die HilfeFrankreichs für den Erwerb des Erzbistums Salzburg gesichert.Die Mitglieder der 1795 gebildeten Neichsdeputation, die nachNastatt zum Kongresse kamen, stürzten aus den schönsten Hoffnungen,als Januar 1798 die französischen Vertreter das gesamte linkeNheinufer forderten. Doch Preußen und Österreich waren gefesselt.Die weltlichen Fürsten begriffen bald, daß es das beste sei, sichreichen Ersatz in Säkularisationen zu sichern. Angesichts der Bildungeiner neuen Koalition wider Frankreich, bestehend aus Österreich,Nußland, England und dem Neiche, das ja nur einen Waffenstill-stand hatte, ging der Nastatter Kongreß April 1799 auseinander.Es folgten zwei, Jahre berühmter Feldzüge. Entscheidend waren derSieg Vonapartes bei Marengo für Italien und der Moreaus beiKohenlinden für das Neich. Der Kaiser schloß zu Luneville (Februar1801) für Österreich und das Neich Frieden. Dieses ratifizierte denFrieden alsbald. Das linke Nheinufer war abgetreten und die Ent-schädigung für den dortigen weltlichen Besitz sollte unter französischerAufsicht geregelt werden. Als Partner des ersten Konsuls Vona-parte trat bald auch Zar Alexander I. in das Geschäft der Liqui-dation des Neiches ein. lind doch war Napoleon der Garant des

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