kam 1720 auch Stettin mit den Odermündungen und ein Teil Vor-pommerns an Preußen. Den westlichen Gebieten wuchsen kleine zer-sprengte Grafschaften im Emsgebiete (Ostfriesland, Lingen und Teck-lenburg) und das Oberquartier Geldern zu, außerdem fiel auch dieweit entlegene Grasschaft Neuenburg an. Hatte der Große Kurfürsteine energische nach den Umständen sich richtende Politik geführt, diesich wiederholt auch gegen den Kaiser wandte, so gab sich sein SohnFriedrich einer Prestigepolitik anheim. Um für den auf Preußen, alsoein damals nicht zum Reiche gehöriges Land zu gründenden Königs-titel die Zustimmung des Kaisers zu erhalten (1701), gab er sich indie österreichische Gefolgschaft. Der Königstitel bekundete die Machtund Unabhängigkeit, die der Vater erworben hatte, er hob auch dieStellung der nunmehrigen „königlichen" Beamten in den bisher vonLiebe zur alten Zeit der Selbständigkeit getragenen Territorien. Erwar vor allem ein Programm. Die Stellung auf feiten Österreichssprengte sein Enkel Friedrich, als er 1740 in Schlesien einbrach unddiese Perle der österreichischen Länder Maria Theresia abnahm.
Kursachsen erhielt als Preis für den Frieden von Prag (1635)vom Habsburger die beiden Lausitz und im Westfälischen Friedenauch die kleinen Bistümer Meißen, Merseburg und Naumburg-Zeitz. 1697 gewann Kurfürst August der Starke die Krone desWahlreiches Polen. Von da bis 1764 und wieder später stand diekursächsische Politik, nicht immer zum Segen der Stammlande, unterdem Einflüsse des turbulenten Königreiches.
Bayern konnte bei dem Friedensschlüsse zu Münster von demkurpfälzischen Besitze nur die Oberpfalz und die anschließende Graf-schaft Cham behaupten. Das Haus Kurbayern führte oft, so starkes mit dem Hause Habsburg verschwägert war, eine antiöster-reichische Politik. Von 1583 bis 1761 war die Kölner Kurwürdezu einer Sekundogenitur geworden, und oft richteten sich die KölnerKurfürsten nach ihren Brüdern in München. Mit Köln waren meistauch andere Vischofsitze verbunden.
Ein so festgefügtes Staatswesen wie Kurbayern litt unter dennicht erfüllten Hoffnungen seiner Fürsten. Der hochbegabte Kur-fürst Max Emanuel (1679—1726) hat den höchsten Ehrgeiz in seinerVmst genährt und war nahe daran, für seinen Sohn die spanische
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