zügen und Mängeln ward ausgebildet wie der Charakter des zueiner Großmacht heranwachsenden Staates. Preußen ward dasVorbild für die Erziehung der Untertanen zu staatlichem Bewußt-sein, das im Reiche untergegangen war, die Staatsräson spanntehier die Untertanen am stärksten an. In Preußen war eine einheit-liche Staatsführung für alle seine Teile möglich, im Gegensatze zumStaate der Habsburger.
Die westlichen Einheitsstaaten konnten zu einer starken staatlichenWirtschaftspolitik übergehen, selbst imperialistische Ziele verfolgen.Im deutschen Neiche war das nicht einmal den größeren Territorienmöglich. Von Österreich und Preußen, die, jenes Ziel nicht erreichend.Erhebliches leisteten, ging die Skala zu den wirtschaftlich kaum be-wegten Miniaturterritorien hinab. In Österreich, Ungarn aus-schließend, hob Maria Theresia die Binnenzölle auf, damit wurdeein großer Wirtschaftsraum geschaffen.
Das vorwiegend vom Westen her als Vorbild wirkende Systemdes Merkantilismus wollte eine möglichst hohe aktive Handelsbilanz,möglichst hohe Ausfuhr und möglichst niedrige Einfuhr erreichen.Die Lebensnot der Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege erfordertedie Anspannung aller wirtschaftlichen Mittel. Der Staat mußte dieerlahmte Kraft der Städte ersetzen, einen kontinuierlichen Wirtschafts-willen aufbringen. Das gebar den Merkantilismus, dessen Vorläufereinzelne besonders ökonomisch veranlagte Fürsten und Staatsmännerwaren, so in Teutschland Wallenstein. Den Autokratien war die Lei-tung der Wirtschaft leichter als den ständischen Territorien. DerMerkantilismus erheischte Anfiedlung bisher landfremder Gewerbeund Fabrikationen. Dem Westen konnte man es trotzdem nicht gleich-tun. Frankreich hatte den Vorzug, daß es auf Qualitätsware hin-arbeitete und die Mode sich nach Paris richtete. Die deutschen Terri-torien nahmen daher auf, ja zogen bewußt fremde Gewerbetreibendeheran, die selbst ganzen Städten ihr Gepräge aufdrückten: Franken-thal, Hanau und Krefeld. Zunächst kamen freiwillig Reformierte,die sich aus den Religionswirren in den Niederlanden und Frankreichherauszogen. Auch Katholiken wanderten aus Italien ein, doch mehrHändler als Gewerbetreibende.
Sehr stark war der Einfluß des Merkantilismus in Preußen unter
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