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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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das französische möglichst zentralisiert. Die Franzosen haben zweiZiele erreicht: sie haben im kleineren eigenen Staate die Kraft ge-steigert und zugleich im größeren Nachbarstaate die Zwietracht ver-ewigt. Seine Fürsten halten sie mit dem Schimmer von deutscherFreiheit und dem Rechte der Souveränität in ihrem Banne.

47. Allgemeine Züge der Zeit von 1648 bis 1789

Einfluß der Konfessionen. Aufklärung. Säkularisierung derGeister. Absolutismus. Frankreichs Vormacht, dann euro-päisches Gleichgewicht. Frankreichs Einfluß auf die Kultur

Der Zeit von 1648 bis 1789 eignen auch für die deutsche GeschichteZüge, die das Wesen des ganzen abendländischen Kulturkreises, wennauch örtlich verschieden, charakterisieren.

Das Gemeingefühl der Christenheit trat wohl noch im Gegensatzezur Türkei zutage, doch nicht immer. Die Überzeugung griff immerstärker um sich, daß die christlichen Konfessionen einen sicheren Besitz-stand erreicht hatten, an dem nur dann und wann gerüttelt wurde.Frankreich verließen nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes(1685) zahlreiche Hugenotten, und die Mehrzahl von ihnen suchtedeutschen Voden auf, vor allem den der Kohenzollern, die wertvolleGewerbetreibende und Offiziere damit gewannen. Ein katholischerKurfürst von der Pfalz erreichte in der Nyswicker Klausel (1697)die Bestimmung, daß die französische Nekatholisierung in seinenLanden aufrechterhalten bleibe. Aus dem Erzbistum Salzburgund in schwächerem Maße aus Habsburgischen Alpenländern wurdennoch Protestanten vertrieben. Aber selbst ein so frommer Katholikwie Kaiser Leopold I. billigte den Zug Wilhelms von Oranien nachEngland, um dort das katholische Königshaus zu stürzen (1688).

Die abendländische Welt trat unter den Einfluß der Aufklärung,die, die offenbarten Religionen beiseite schiebend, eine Diesseits-kultur, kraft der menschlichen Vernunft eine natürliche Neligionund eine natürliche Moral erstrebte, wenn auch kaum jemand die alteNeligion völlig beseitigen wollte. Die Säkularisierung des Geistesin Staat und Kultur und Gesellschaft, diese Lösung von theologischbestimmter Weltanschauung, streifte auch in Deutschland, wo dieser

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