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Die politisch aktivste Front war für die deutschen Könige die Süd-front. In einzelnen Tälern der Alpen kam auch deutscher Volks-boden durch den Erwerb des Königreichs Italien hinzu. Weit er-heblicher war der Gewinn, den der Erwerb des Königreiches Bur-gund im Gebiete der Aare und um Basel hinzufügte.
Die Kolonisation, der Erwerb der beiden Königreiche und dasKaisertum blähten den Naum ganz außerordentlich auf, in dem derdeutsche König seiner Nechte zu walten und Pflichten auszuübenhatte. Aber auch darüber hinaus wohnten Deutsche. Kein andereseuropäisches Staatswesen hatte seit dem Verfalle des WeltreichesKarls des Großen einen so weitläufigen Aktionsraum, wie ihn diedeutschen Könige des Mittelalters zu betreuen hatten. Die Rück-wirkung dieser Überlast auf das Leben innerhalb des deutschen Volks-raumes wird uns oft entgegentreten. Einst ein fast uferloser Macht-bereich. Heute wachen und schlafen auch die Grenzwächter und Zöllnerder Nachbarstaaten fast überall auf altem deutschem Volksboden.
Mit Necht ist das Neich als das der Mitte bezeichnet worden,für sich allein und vollends, solange der allergrößte Teil Italiensmit ihn» verbunden war. Aber dieser Staatenverband besaß keinestaatlichen Flotten. Nicht im Mittelmeere; denn die Kriegsschiffegehörten entweder untertänigen Städten oder dem reichsfreienVenedig. Nur die letzten Staufer hatten in ihrem PrivatreicheSizilien einen Admiral und eine Kriegsflotte. Kaiser Heinrich VI.gründete darauf große Pläne. Wenn die lateinischen Segel nichtkaiserlich waren, so auch nicht die Koggen der beiden nordischenMeere. Wenn sie auch wohl die rot-weißen Wimpel des Reichesführten, so verfügten die Städte über sie als Eigentümer. Dasdeutsche Neich hatte als solches auf den Meereswogen keine Kraft.
Die Landgrenze war nur stellenweise durch die Natur gesichert.Solange zwischen den vielen Nachbarreichen keine dauernden diplo-matischen Beziehungen bestanden, blieben die Kriege je auf eineder beiden Fronten beschränkt. Seit I5W aber änderte sich das.Seitdem schwebte das Neich in der Gefahr eines Zweifrontenkrieges.Zunächst die Kombination zwischen den Türken und dem allerchrisi-lichsten Könige von Frankreich. Diese Gefahr wächst sich aus zu dereiner vollen Einkreisung.
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