II. Begunmchäuser.
Die Beginnen waren Personen weiblichen Geschlechts, die,entweder unvcrhcirathct, oder als Wittwen, ein eingezogenesLeben führten, ohne jedoch das Klostergclübde abgelegt, odersich einer bestimmten Ordensregel unterworfen zu haben (wasjedoch mit einigen Vcguinen-Häusern nicht der Fall war), eineeigene schwarze Kleidung trugen und gewöhnlich in besonderenHäusern beisammen wohnten. Die Hauptbeschäftigung warAndacht, Arbeit und Wohlthätigkeit. Sie übernahmen die Er-ziehung verwahrloster Kinder und namentlich war die Kranken-pflege ein Hauptgcgenstllnd ihrer wohltätigen Wirksamkeit,weshalb, sie auch sehr beliebt und gern gesehen waren. Esdarf daher ziemlich allgemein als Regel gelten, daß wo Vc-guinenhäuser oder Clauscn waren, auch Hospitäler sich befanden.Der Ursprung und der Name der Beguincn stammt von demLüttichcr Priester Lamvert Le Bcghe her.
42. Die Beginnen zu Assenheim.
Im Jahr 1286 überträgt Schwester Iuttc, genannt Vendnvon Assenheim, Bcguinc, zum Seelenheil ihrer und ihrer Eltern,dem Kloster Arnsburg 10 Morg. Ackers, wovon dasselbe 2 M.zu Wickstadt mit allem Nutzen sogleich besitzen solle, sie da-gegen vou demselben 8 M. zu Asscuhcim, gegen jährlich1 Pfund Wachses auf Lebenszeit zu Landsiedclrecht empfangenwolle l).
Ob aus diesem einzelnen Falle auf eine Genossenschaft,d. h. auf ein Beguinenhaus zu Assenheim geschlossen werden
l) Baur, Arnsb. Ul'lundenb. Nl. 207. In viZil. Ibums apl. (20. Dec.)