308 II- Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts-
betrifft das neu hinzutretende Wort ebenfalls das Gebiet der Taten: voluntateHon. = in dädin . . . in uuerkon 2 f.
8. Würzburger Beichte.
MSD. Nr. 76 u. II 3 , 392—394; Piper, Alt. d. Lit. S. 1311; Kelle, LG. 1,134.355f.; Kögel,LG. 2,535—537, Grundr. 2 S. 156. — Erster Druck von J. G. ab Eckhart, Commentarii de rebusFranciae orientalis II (1729), 940; Massmann, Abschwörungsformeln (1839) Nr.31 S.43f. 134f.— Sprockhoff S.58—60.
Hs.: Universitätsbibliothek in Würzburg, Mp. th. f. 24, früher in der Dom-bibliothek daselbst, 49 Bl. fol, 9. Jh., enthält die Homilien des Caesarius,auf Bl. lab von jüngerer Hand (wohl 10. Jh.) die Beichte.
Der Dialekt ist in der Hauptsache ostfränkisch: 1 ) Infinitive ohne n:farstä 2, uuasge 7, faste 10, gihöre 21, sprehe 22; die Konjunktion lautet17mal ente, 2mal ent 8 und 22, lmal enti 13, lmal unti 1, lmal unte 12.Einige Formen eines fränkischen, an das Niederdeutsche grenzenden Dialektsfinden sich, die wahrscheinlich von einem Schreiber herrühren: D. Si. mi 20,dt 1. 14. 31; v für b: unbideruiu 21; D. Si. des starken Adjektivs bezw.Demonstrativpronomens auf -en statt -emo: sinen scalche 14, after. . . deninteiz 33 und vielleicht auch almahtige statt almahtigen 31; demnachwerden wohl auch die d statt t auf niederdeutschen Einfluß zurückzuführensein: unarloubidiu 5, utusada 6 f., drägo7, uurdun 10, diorerun 29. 2 ) DieDative PI. auf -an bei starken Adjektiven: in unsübran gidanchun 4 f., mitunnuzun spellun 11 neben ente mit itelen ebda, können ebenfalls von jenemniederfränkischen oder niederdeutschen Schreiber herrühren, jedoch könnteauch eine syntaktische Assimilation an die folgenden Substantiva gidanchun,speilun hier wirksam gewesen sein.
In den Endungen steht oft schwaches a statt e, e: unnuzan uuortun 3,armaro 6, inbisparta 7, unmahtiga 8, ungezumftiga 8, D. PI. minan 18 f. 20.22. 23: in diesen Fällen kann a die bekannte Vertretung des schwachen e, esein; in heilega enti guotiu 13 steht a für tu und ist, wenn nicht ein Versehendes Schreibers vorliegt, niederfränkische oder niederdeutsche Form; das eim D. PI. freuuiden 29 kann überhaupt nichts anderes als Fehler oder alsAbschwächung aus ö, o sein. Und so zeigt sich, daß in der Bezeichnung derEndsilbenvokale der Schreiber nicht fest war, was besonders noch zur Er-
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scheinung kommt in der zweifachen Präteritalform uuisada 7f. und giuuisota 8,in der dreifachen furgoumoiosta 7, furgoumolosota 20 f., fergonmolosata 23(die erste Form ist die richtige, da das Verb nach der/a-Konjugation flektiert).Der Stil des Denkmals zeigt lateinische Beeinflussung und in der Tatist es nach einem lateinischen Original gearbeitet („Othmarus ad discipulos",
>) Pietsch, Z.f .d.Phil. 7,330 ff. 407 ff.; MSD.II 3 , 392; Kossinna, Überdieältesten hochfränk.Sprachdenkmäler, QF. 46, 95 f.; Steinmeyer,Z.f.d.A. 26, Anz. 8,302; Kögel, LG. a. a. O.
2 ) Der D. PI. diereron 29, animaiibus, be-weist nichts fürs Niederfränkische (Kögela. a. O.), denn gerade die Leidener Hs. hat
dieron, während sonst alle Hss. des Williramaußer B diereron haben (Seemüllers Ausg.36, 7 [S. 12], vgl. auch N. PI. diu dlerer 36, 8in den meisten Hss., nur Adiere, O dief). Die-reron ist oberdeutsch oder doch hochdeutsch,auch die von Scherer, MSD. II 3 , 393 angeführtten Beispiele stammen aus Oberdeutschland.