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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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283
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 54. Allgemeines. 283

Capitula de presbyteris admonendis (Abfassungszeit unbekannt): 1 )

C. 1. Prlmo omnium admonendi sunt de rectitudine fidel sitae, ut eamet ipsi teneant et intelligant et sibi subiectis populis vivo sermone an-nuntient.

C. 3. Tertlo, ut orationem dominicam. id est Pater noster etCredo in Deum omnibus sibi subiectis insinuent et sibi reddi facianttarn viros et feminas quamque pueros.

Bezüglich der sonntäglichen Predigt s. auch Chrodegangi Regula canoni-corum, Kelle 1,60.317.

Es lassen sich aber alle diese Beschlüsse zurückführen auf wenige Grund-forderungen. Im Mittelpunkt der Religionslehre stehen Glaubensbekenntnisund Vaterunser. 2 ) Diese müssen dem Volke von den Priestern vorgetragenwerden, das Volk muß sie auswendig wissen, sie sind die Grundstücke beider Taufe und bei der Beichte. Darum war auch für die Priester dieoberste Lehraufgabe, jene beiden Stücke im Wortlaut und in ihrer Bedeutungden Gemeindegliedern beizubringen; in jeder Pfarrbibliothek mußte eine Er-klärung des Symbolums und des Vaterunsers vorhanden sein. Außerdem solltedie Predigt als wichtigstes Mittel für die religiöse Volksbelehrung eifriggepflegt werden und neben dem Vaterunser waren noch andere kirchlich vor-geschriebene Gebetformeln im Gebrauch.

Nach dieser Aufzählung lassen sich die hier folgenden Stücke einteilenin katechetische (Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Taufgelöbnis, Beicht-formeln, Gebet) und homiletische Denkmäler (Predigt). Streng zu trennenaber sind Lehre (Katechese) und Predigt nicht, da katechetischer Inhalt auchin Predigtweise vorgetragen wurde.

Katechese war in der alten Kirche die Unterweisung der in die christlicheGemeinschaft Aufzunehmenden in der Religion (xatfpiöis Unterricht, y.axiy/üvmündlich unterrichten, y.arrjxov/Lievog der unterrichtet wird, y.ar^yjjg xar^xfjTrjgder unterrichtende Lehrer). Es war also die Vollbringung der liturgischen Hand-lungen vor dem Taufakt, besonders aber die Lehre der religiösen Artikel. SeitLuther ist der Katechismus speziell das Buch mit der kurzgefaßten Glaubenslehre.

) Boretius 1 S. 237 f. I GeschichtedesGebetsinderaltenundmittleren

s ) Martene, Deantiquis ecclesiaeritibus, j Kirche, Gießen 1903; Pet. Göbl, Geschichte

der Katechese im Abendlande, Kempten 1880;Ferd. Probst, Geschichte der katholischen Ka-techese, Breslau 1886; Johannes Geffcken,Der Bildercatechismus des 15. Jahrhundertsund die catechetischen Hauptstücke in dieserZeit bis auf Luther, Leipzig 1855. Eine Tauf-ordnung gibt Hrabanus Maurus, De cleri-corum institutione I Kap. 2530, Migne 107,309316 (s. bes. Kap. 27 De catechizandi or-dine, wo die Abrenuntiatio an den Anfang desTaufzeremoniells verlegt ist), und in De ec-clesiastica disciplina II, De catechismo et sacra-mentis divinis, Migne 112,12171228.

Rotomagi 1700 ff., 1,1-231; Aug. Hahn, Bibliothek der Symbole und Glaubensregeln der altenKirche, 3. Aufl., Breslau 1897; Ferd. Katten-busch, Das apostolische Symbol, 2 Bde, Leip-zig 1894. 1900 (bes. 1, 177 ff. und 2, 825);Friedr. Wiegand, Die Stellung des aposto-lischen Symbols im kirchlichen Leben desMittelalters, Studien zur Geschichte der Theo-logie und der Kirche, Bd.4 (1899) Heft 1.2 (bes.Heft 2 S. 261 ff.: Das Symbol als Mittel derreligiösen Volkserziehung im 8. und 9. Jahr-hundert); Friedr. Wiegand, Das apostolischeSymbol im Mittelalter, Vortrag, Gießen 1904;O. Dibelius, Das Vaterunser, Umrisse zu einer